2. Kapitel – Vorstadtkatzen

„Vielen Dank, dass ihr alle so zahlreich erschienen seit“ eröffnete Mikesh die Versammlung. Die Katzen befanden sich auf dem Dachboden der alten Villa. Sie befand sich am östlichen Rand des Territoriums, auf einem kleinen Hügel. Seit Jahren hatte hier schon kein Dosenöffner mehr gewohnt, entsprechend heruntergekommen war es auch. Morsche Balken und Holzdielen, wohn man sah. Das Dach hatte einige große und kleine Löcher. Die Dachziegel waren an vielen Stellen lose oder bereits nicht mehr vorhanden. Der Garten war ungepflegt und voller Gestrüpp. Hinter der Villa lag der Wald, den die Katzen mieden oder ihn nur am Rande zu erforschen wagten.

Das Gebäude befand sich auf dem höchsten Punkt des Hügels. Sie stand hier so lange die älteste Katze sich zurück erinnerte. Es schien schon etliche Jahre her, dass hier zuletzt ein Dosenöffner seinen Fuß hineingesetzt hatte, so heruntergekommen wie sie war. Viele Fenster hatten Sprünge, waren eingeschlagen oder nicht mehr vorhanden. Die Regenrinne ragte auf der einen Seite vom Dach bis zum Boden herunter, die Zinnen waren verwittert und die Verkleidung der Wände bröckelte. Auch wenn die Dachbalken schon reichlich mitgenommen aussahen, waren sie dennoch überraschend stabil. Im Inneren standen noch ein paar alte Holzstühle um einen Kaputten Holztisch herum. Es gab noch ein paar Küchentheken und eine Spüle, sowie eine Toilette – eine, wie sie Dosenöffner benutzen – lag in Schutt und Asche.

Spinnenweben und Ungeziefer hatten die dunklen Ecken der Villa bereits für sich erobert. Seit die Vorstadtkatzen diesen Ort für ihre nächtlichen Treffen nutzten, hatte sich jedoch nur selten eine Maus hierher verirrt.

Die Katzen tummelten sich am Liebsten unter dem Dach, auf dem geräumigen Boden. An einigen Ecken hatte man alte Kissen oder Decken zusammengetragen, um es sich bequem zu machen. Einige vergessene Einrichtungsgegenstände konnten die Katzen auch verwerten. So saß Mikesh grade auf einem alten, zerlumpten Ledersessel, und sah auf die untenstehenden Katzen herunter. Auf der anderen Seite des Raumes hatte es sich Buster auf einem alten Jutesack bequem gemacht. Zu seinen Füßen kauerten Max und Minka. Zu Mikesh‘ rechter thronten Luna und Luca – die beiden Zwillinge mit beigebraunen Fell und eisblauen Augen – auf einigen Umzugskisten. Man sagte ihnen nach, mit besonderen Fähigkeiten gesegnet zu sein. Sie schienen oft Dinge zu wissen, die sonst keiner wusste, und Dinge zu erahnen, ehe sie geschahen. Das ließ dem ein oder anderen ihrer Freunde einen Schauer über den Rücken wandern. Man behandelte sie äußerst respektvoll, aber mancher fühlte sich auch unbehaglich in ihrer Nähe.

Am linken Rand der Kammer hatten es sich Gaaja und Leeja mit Ami gemütlich gemacht. Vor ihnen zankten sich die beiden Kätzchen Mimi und Lilli. Kiara saß schüchtern zwischen Amis Pfoten und betrachtete mit großen Augen die Katzenansammlung. Maja saß in der ersten Reihe und wurde flankiert von ihren Töchtern Cassandra und Victoria. Hinter ihr hatte sich auch der Rest eingefunden: Die rotgetigerte Bahnhofskatze Charlie und der braunschwarzgetigerte Findus. Beide Kater im reiferen Alter. Dahinter die Jüngeren Kater Otis, Theos, Cloud und Filou. Felix und Brutus machten die Reihen zwischen Buster und den Jung-Katern dicht. Als Mikesh zu reden begonnen hatte, erklomm grade Dschingis die letzten Stufen der Treppe. Er blieb am Ende es Raumes stehen. Der Straßenkater war eher ein Einzelgänger. Aber er war Mikesh sehr verbunden und half ihm, wann immer es erforderlich war. Wenn er sich in der Vorstadt aufhielt, benutzte er gern die Villa als Behausung. Es hielt ihn aber nie lange an einem Ort. Er war manchmal Tagelang auf Wanderschaft, ehe er sich plötzlich unter den Vorstadtkatzen wieder sehen lies. Sein struppiges, ungepflegtes Fell zeigten deutlich, dass er keine Hauskatze war und seine Narben entlang seiner Flanken, und die Tatsache, dass ein Stück seines linken Ohres fehlte, zeugten davon, dass er ein erprobter Kämpfer war.

„Ich habe diese Versammlung einberufen, weil wir über jüngste Entwicklungen sprechen müssen. Es gibt Neuigkeiten, die ich gern mit Euch teilen möchte. Seit dem letzten Eindringen von Ceasar in unser Territorium gibt es immer wieder Gerüchte. Doch heute erreichten uns beunruhigende Nachrichten.“ Aufgeregtes Gemurmel ging durch die Reihen. „Äh, Mikesh“ meldete sich Ami zu Wort. „Bist Du sicher, dass die Kleinen das hören sollten? Ich finde wir sollten sie nicht mit solchen Nachrichten beunruhigen!“ Maja pflichtete ihr bei. „Wir hätten sie lieber zu Hause lassen sollen!“ Empört hatten sich Lilli und Mimi vor ihrer Mutter aufgeplustert, als Mikesh auch schon weitersprach.

„Ich verstehe Euren Einwand“ gab Mikesh zu. „Aber auch sie müssen lernen, dass es nicht nur gute und nette Katzen gibt. Wir müssen sie auf den Ernst des Lebens vorbereiten und auf alle Gefahren!“.

„Was ist denn?“

„Was sollen wir erfahren?“

„Sag schon, was ist los?“

„Erzähl, erzähl, erzähl!“

Während die beiden Kätzchen vor Aufregung durch die Reihen der Erwachsenen hüpften sprang plötzlich Max auf und bremste die Jungen. Mit schelmisch funkelnden Augen sah er sie an: „Alle kleinen, neugierigen Kätzchen verschwinden und werden nie, nie wiedergesehen!“ Die letzten Worte flüsterte er nur noch, doch es verfehlte seine Wirkung nicht. Die beiden Kleinen flohen mit zu berge stehendem Fell wieder zu Ami und versteckten sich hinter ihrem Rücken. Diese funkelte Max wütend an, der sich sichtlich amüsierte. Zumindest so lange, bis er ihre die Krallen zu spüren bekam, die ihn mit einem Hieb zurechtwies. Daraufhin zog er sich zu Minka zurück die Amüsiert kicherte. „Ja, ja, ja, das war ganz toll, kleine Kätzchen zu erschrecken, du Held!“ Motzte Charlie, rollte aber mit den Augen und sah wieder nach vorne, nachdem Max, der den Sarkasmus offensichtlich nicht verstanden hatte, sich aufrecht und mit geschwollener Brust hinsetzte und grinste.

„Nachdem wir nun wieder alle zur Ruhe kommen“ donnerte Mikesh und rief die durcheinander murmelnden Katzen wieder zur Ordnung. „Zuerst mal: Ihr braucht euch nicht zu fürchten, meine Kleinen. So lange Maja und Ami ein Auge auf Euch haben, kann euch nichts geschehen. Die Beiden gehen jedem sofort an die Gurgel, der Euch schaden will – wir ihr grade gesehen habt.“ Er zwinkerte den beiden Kleinen Spitzbübisch zu und sah auch die kleine Kiara aufmunternd an, die sich nun neben Leeja zusammengekauert hatte.

„Also,“ fuhr Mikesh fort. „Mich erreichte vor wenigen Tagen die Nachricht, dass sich unter den Katzen in unserem Nachbardorf einige zugetragen habe. Es war die Rede von verschwundenen oder sogar toten Katzen. Wie ihr wisst, halte ich nicht viel von Gerüchten. Daher habe ich einige von Euch gebeten sich einmal umzuhören und Informationen zu sammeln. Zunächst hat sich Charlie mit seinen Kumpeln vom Bahnhof getroffen und einiges in Erfahrung gebracht. Bitte Charlie!“

Charlie stand langsam auf und stellte sich in die Mitte, zwischen Mikesh und den Anderen, damit man ihn gut sehen konnte. Dann räusperte er sich, ehe er schließlich zu erzählen anfing: „Es geht um vermisste Hauskatzen – Freigänger, wie die meisten von uns – die innerhalb einer Woche verschwunden, und seither nicht wiederaufgetaucht sind. Meine Freunde sprachen bisher von 4 ihnen bekannten Fällen. Eine davon hat man später gefunden – ermordet.“

Ein besorgtes Raunen hob wieder an, doch Mikesh sorgte schnell wieder für Ruhe. „Bitte, Leute, ich befürchte das wahr noch nicht alles!“ Zu Charlie gewandt meinte er: „Bitte setz dich wieder alter Freund. Als nächstes würde ich gern hören was Dschingis in Erfahrung gebracht hat.“ Alle drehten sich, Mikesh’s Blick folgend, nach dem Aufgerufenen um. Dieser tigerte die Augen stur geradeaus durch die erwartungsvoll murmelnden Katzen. Die meisten Katzen wussten nicht viel über ihn. Er war für viele ein Mysterium, für Andere ein Ärgernis, zumal Straßenkatzen unter den Hauskatzen sowieso einen eher schlechten Ruf besaßen.

„Dschingis“ Mikesh nickte ihm freundlich und aufmunternd zu, „Bitte erzähle uns, was du herausgefunden hast.“ Dschingis setzte sich mit dem Rücken zu Mikesh hin und musterte die anderen Katzen mit einem Blick aus Misstrauen und Skepsis, ehe er sich räusperte und zu reden begann: „Ich habe viele Freunde unter den Straßenkatzen. Nicht nur hier, oder in der großen Stadt, sondern auch im Nachbarort. Ich habe mich ein wenig umgehört und dabei erschreckendes herausgefunden.“

„Und wenn er das sagt, heißt das schon was“ raunte Otis seinem Freund Theos zu.

„Er sieht ja selber erschreckend aus“ blödelte Theos zurück, woraufhin die beiden sich ein erbostes „Pssst“ von Charlie einfingen. Dschingis fuhr indes unbeirrt fort: „Ihr solltet vielleicht nicht nur den Verlust von Hauskätzchen betrauern, sondern auch den von vielen Straßenkatzen registrieren. Es sind ganze 25 die in den letzten Wochen verschwunden sind. Einige davon scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Andere hingegen haben sich ganz bewusst entschieden den Nachbarort zu verlassen, und in die große Stadt zu gehen. Jemand hat sie gelockt. Ihnen Stärke und Macht versprochen. Und es waren die gerissenen und heimtückischen der Straßenkatzen, die diesem Ruf folgten. Sowohl die, die sich bisher einen Namen machen konnten, als auch die Rangniederen. Ja, auf der Straße muss man sich seinen Platz nämlich noch erkämpfen“ zischte Dschingis und sah mit einem bösen funkeln zu Otis und Theos herüber.

„Was willst Du damit sagen?“ empörte sich Otis. Er war aufgesprungen und machte einen Buckel. Auch Dschingis war nun aufgestanden und kam Otis bedrohlich nahe.

„Ihr kleinen Hauskätzchen würdet einen Angriff von Kampferprobten Straßenkatern doch keine Sekunde lang standhalten!“

„Wen nennst Du hier Hauskätzchen“ fauchte Theos und buckelte ebenfalls. Die Kontrahenten sahen sich funkelnd an. Doch, wenn man genau hinsah, konnte man in Dschingis Augen eine boshafte Belustigung erkennen.

„Genug“ dröhnte Mikesh und sprang von seinem Sessel herunter. Entschlossen stellte er sich zwischen die verärgerten Kater und warf jedem einen strengen Blick zu. Dschingis, der viel Respekt vor Mikesh hatte, trat mit einem schrägen Grinsen zurück und lief in einem großen Bogen um die anwesenden Katzen herum, zu seinem Platz am Ende der Treppe.

„Setzt euch wieder“ knurrte Mikesh jetzt die beiden Jüngeren an. Murrend gehorchten sie.

„Wir haben jetzt Wichtigeres, um was wir uns sorgen müssen. Zumal Dschingis nicht ganz unrecht hat. Wenn da jemand Straßenkatzen rekrutiert, kann das nichts Gutes bedeuten. Und es gibt sicherlich einiges was Dschingis uns noch beibringen kann. Andererseits, mein lieber Freund“ und damit wandte er sich an Dschingis „Sind Brutus und ich dir mindestens ebenbürtig – obwohl wir „Hauskätzchen“ sind…“ Seine Lippen kräuselten sich belustigt, ehe er wieder ernst wurde.

„Luna und Luca wurden in der vergangenen Woche wieder von Vorahnungen heimgesucht. Andere von uns plagen wüste Träume.“ Sein Blick wanderte zu Gaaja, die ausweichend auf ihre Pfoten starrte.

„Das muss etwas zu bedeuten haben. Was auch immer auf uns zukommt, es sieht gefährlich düster aus.“

„Okay, okay“ wurde Mikesh nun von Buster unterbrochen. Hocherhobenen Schwanzes kam der große Kater nach vorne stolziert und baute sich vor Mikesh auf. „Was ist es wirklich, dass du befürchtest? Du würdest doch nicht wegen irgendwelcher Träume oder Vorahnungen so einen Aufriss veranstalten? Also, wie wäre es, wenn Du mal Klartext redest!“

„Es ist Ceasar“ platzte Gaaja heraus und alle drehten sich zu ihr um. Die sonst so selbstsichere, schöne Katze zitterte am ganzen Körper. Unter normalen Umständen genoss sie jede Art von Aufmerksamkeit. Ihre Wendigkeit und Eleganz hatte schon so manch andere Katze eifersüchtig gemacht, so manch Kater verrücktspielen lassen. Aber bei diesem heiklen Thema war es mit ihrer Selbstsicherheit dahin. Zu groß war die Angst vor dem schwarzbraunen Kater, der ihr stets nur Unheil gebracht hatte. Nun scheute sie die argwöhnischen Blicke der Anderen. Sie wollte nicht mit diesem Kater in Verbindung gebracht werden. Und sie war Mikesh dankbar, dass er mit niemandem über ihre und Leejas dunkle Vergangenheit sprach. Zumal er auch keine Details kannte.

„Ceasar ist weg“ begehrte Buster auf und drehte sich zu Gaaja um. Doch als er ihr in die Augen sah, entdeckte er eine Furcht, wie er sie nie zuvor bei ihr gesehen hatte, und stockte.

„Wenn Gaaja das sagt, dann glaube ich ihr“ bekräftigte Leeja und stellte sich dicht neben ihre Freundin. Gaaja schenkte ihr einen dankbaren Blick. Dann richtete sie sich wieder auf und sagte mit Nachdruck: „Ich weiß nicht wie, noch wieso oder wann. Aber ich weiß, dass er noch in der Nähe ist. Ich weiß, dass er irgendwas plant. Ich weiß, dass er sich nach Rache sehnt. Und ich weiß, dass wir auf der Hut sein müssen. Er wappnet sich und er wird stärker sein, als beim letzten Mal. Ihr fragt euch, wer Straßenkatzen rekrutiert? Beim letzten Mal habt ihr zu viert gegen ihn gekämpft. Ihr habt einen einzelnen Kater zu viert verletzt und davongejagt – was glaubt ihr wird passieren, wenn er plötzlich Straßenkater um sich schart?“

Betretenes Schweigen folgte, ehe Mikesh wieder das Wort ergriff.

„Es ist gut, meine Liebe“ schnurrte er und versuchte Gaaja zu beruhigen. Erst jetzt merkte sie, dass er neben Buster getreten war. Er nickte ihr zu, er nickte Leeja zu und drehte sich dann zum Rest der Katzen um. Er war sichtlich bemüht ihre Besorgnis in Tatendrang umzuwandeln, damit sie gemeinsam gegen diese Bedrohung vorgehen konnten.

Als Gaaja sich wieder beruhigt hatte bemerkte sie, dass Buster sie immer noch aufmerksam musterte. Es war die Art wie er sie ansah, die sie stutzen lies. So als … machte er sich sorgen um sie? Er, der immer zu allem einen coolen oder anzüglichen Spruch auf Lager hatte? Sie hatte nicht gedacht, dass er dazu in der Lage war sich mehr um Andere zu sorgen, als um sich selbst. Aber vielleicht tat er das auch gar nicht. Bestimmt misstraute er ihr, weil er nicht so viel über sie wusste, wie über die Anderen.

Sie kam nicht dazu ihre Gedanken weiter zu führen, denn Mikesh war drauf und dran die Versammlung aufzulösen und letzte Instruktionen zu geben, was nun zu tun sei.

„Alle die Ihr Kampfgeschick trainieren wollen, treffen sich heute Nacht hier, um zusammen mit Dschingis, Brutus und mir zu trainieren. Wir müssen uns möglichst umfassend vorbereiten. Mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht tun. Alles Weitere werden wir sehen. Ich bitte aber Jeden von Euch die Ohren gespitzt und die Augen offen zu halten. Ereignet sich hier irgendetwas ungewöhnliches, will ich es als Erster wissen. Luna, Luca, Gaaja – bei weiteren Vorahnungen oder Träumen gilt dasselbe. Ich selbst werde mich gleich morgen früh auf den Weg zu Jeronimus machen, um auch ihn über alles in Kenntnis zu setzen. Vor allem muss ich herausfinden, ob er in seinem jetzigem zu Hause sicher genug ist…“ Den letzten Satz sprach er eher zu sich selbst als zu den Anderen.

Nach und nach verließen die meisten Katzen die Villa. Mikesh zog sich mit Brutus und Dschingis in eine Ecke zurück um noch ein paar Details zu besprechen. Buster und Felix boten Gaaja und Leeja an, sie ein Stück des Weges bis zu ihrem Haus zu begleiten. Es war Leeja, die das Angebot dankend annahm. Nach den deutlichen Worten, die Gaaja auf der Versammlung endlich gefunden hatte, wirkte sie nun sehr gefasst. Doch mit ihren Gedanken, war sie wieder bei ihrem Traum und der damit verbundenen Gefahr.

„Kopf hoch Gaaja, es wird sicher alles gut werden. Du und Leeja, ihr seid in unserer Mitte. Ein Bestandteil der Gruppe. Und wir passen gut auf euch auf“ versuchte Felix der Freundin Mut zu zusprechen. „Ich wünschte es wäre gar nicht nötig, auf uns aufzupassen“ stöhnte Leeja auf, als sie die Villa verließen und den Hügel hinunter trotteten. „Und deswegen werden wir heute Nacht auch hier sein“ knurrte Gaaja bestimmt. Ihre drei Begleiter blieben wie angewurzelt stehen. „Ach? Werden wir das?“ Maunzte Leeja verdutzt. Gaaja hielt inne und drehte sich zu ihrer Freundin um.

„Ich zwinge dich zu nichts, aber ich will nicht ewig in Angst leben und nicht immer auf Beschützer angewiesen sein“ ein grimmiger Ausdruck machte sich auf ihrem Gesicht breit. Zögernd begann Felix: „Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee…“ „Ich mach mit!“ Fiel im Leeja plötzlich entschlossen ins Wort. „Sollen ruhig alle sehen, dass wir auch Krallen haben!“ Buster, sichtlich überrascht von dem ungeahnten Enthusiasmus der beiden Katzen, fasste sich schnell und setzte sein übliches schelmisches Grinsen auf. „Na dann pass nur auf Felix,“ stichelte er, „dass die beiden nicht irgendwann dich beschützen müssen.“ Amüsiert schnurrend ging er auf Gaaja zu und fing an sie zu umkreisen, während er sie aus allen Winkeln wohlwollend begutachtete. „Du bist soeben noch interessanter geworden, meine Hübsche.“ Gaaja drehte sich theatralisch von ihm weg, reckte das Kinn in die Luft und sagte mit einem spöttischen Unterton in der Stimme „Ich war schon immer viel interessanter als du!“ Damit ging sie den Hügel weiter hinab, gefolgt von Leeja, die ein amüsiertes Schnurren nicht unterdrücken konnte.

Buster sah ihnen nach und merkte gar nicht wie Felix sich zu ihm gesellte, bis er ihn anredete: „Du warst doch schon immer interessiert an ihr…“ Buster gab sich nicht die Mühe da drauf zu antworten. Es hätte eh keinen Sinn einen frechen Spruch vom Stapel zu lassen, denn sein bester Freund würde ihn immer durchschauen.

 

… weiter mit Kapitel 3

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