9. Kapitel – Vorstadtkatzen

Minka atmete tief die kühle Morgenluft ein und mit einem tiefen Seufzer wieder aus. Sie saß auf dem Dach ihres Hauses. Die Sonne hatte sich eben über den Rand des Horizonts geschwungen, und der Wind zog sanft an ihrem Fell. Obwohl die letzte Nacht, ebenso wie die Vorherigen, sehr anstrengend gewesen war, konnte sie nicht schlafen. Letzte Nacht war Dschingis wiederaufgetaucht und Mikesh hatte verkündigt, dass er ab der nächsten Nacht das Training übernehmen würde.

Sie und ihr Gefährte hatten nun schon mehrere Trainingspartner aus den Reihen der Vorstadtkatzen durch. Es begann mit einem gemeinschaftlichen Training mit Buster und Gaaja. Danach sind sie aber getrennt worden. Leeja und Gaaja hatten sich Minka angenommen und ihr alles beigebracht, was sie über Ceasar und seinen Clan wissen musste. Die Art wie er dachte und handelte. Wie er seinen Clan führte und wie sein Clan ihm folgte. Wie er es schaffte, dass sie ihm völlig ergeben waren. Wissen sei ihre stärkste Waffe, hatte Gaaja ihr erklärt. Wo es ihr an Kraft fehlte, sollte sie ihren Verstand einsetzen. Doch auch das Kampftraining kam nicht zu kurz. Gaaja hatte sie immer wieder erbarmungslos und wie aus heiterem Himmel angegriffen. Irgendwann schritt Leeja ein und hielt sie zurück. Sie war der Meinung, dass sie Minka zu hart anpacken würde.

Doch Minka verstand es. Sie wollte sie eben so gut wie möglich vorbereiten, auf das, was folgen würde. Außerdem gab es da ja noch diesen speziellen Auftrag, von dem selbst Leeja nichts wusste. Sie wollte Gaajas Bitte, nach ihrer alten Freundin zu suchen, unbedingt nachkommen. Sie wünschte sich, dass Gaaja stolz auf sie und ihr dankbar war. Vielleicht lag es daran, dass Minka unter den Vorstadtkatzen keine richtige Freundin hatte. Es hatte immer nur Max und sie gegeben. Sie zweifelte nicht daran, dass die Vorstadtkatzen ihr zur Hilfe kommen würden, wenn sie in Gefahr wäre. Sie verbrachte gerne viel Zeit in Busters Nähe, war fasziniert von Luna und Luca, die zwar immer freundlich zu ihr waren, aber auch kühl und distanziert.

Die meisten Katzen dachten eher abschätzig über die beiden. Vor allem die Älteren, die sie das gerne spüre ließen.

Bisher hatte ihr das nicht allzu viel ausgemacht. Viele Katzen sind Einzelgänger und sie hatte immerhin noch ihren Max. Aber es war etwas an der Art und Weise, wie Gaaja und Leeja oder Ami und Maja mit einander umgingen, dass sie zum Nachdenken brachte.

Während sie ihre Zeit mit Gaaja und Leeja verbrachte, hatte Max von Mikesh und Brutus gelernt. Bemüht, sich Ihre Bewunderung nicht anmerken zu lassen, beobachtete sie, wie er von Nacht zu Nacht selbstsicherer und geschickter wurde. Und wann hatte er eigentlich aufgehört über seine schmerzenden Glieder, kleine Kratzer oder ausgerissene Fellbüschel zu jammern? Sie konnte es gar nicht mehr so genau sagen. Er hatte sich verändert. Es war, als hätte etwas in ihm verstanden, wieviel von ihm und seiner neuen Aufgabe abhing. Auch er wollte niemanden enttäuschen. Minka nicht, Dschingis nicht, aber auch all die anderen Katzen nicht. Er war auch nicht mehr so verspielt wie früher. Dennoch hoffte sie, dass er sich nicht zu sehr veränderte. Denn sie liebte ihn wie er war: Chaotisch, laut, manchmal etwas tollpatschig, aber auch gutherzig und fröhlich.

„Du solltest dich wirklich etwas ausruhen.“ Max‘ Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Sie wandte sich vom Anblick der aufgehenden Sonne ab und drehte sich zu ihrem Gefährten um. Mit wachen Augen und einem ernsten Blick stand er hinter ihr und musterte sie aufmerksam.

„Du hast recht“ gab Minka zu.

„Du sorgst dich“ stellte der getigerte Kater fest und legte den Kopf schief. Ein liebevoller Ausdruck stahl sich in Minkas Gesicht. Es war wie immer zwecklos, ihrem Seelenverwandten etwas vorzumachen. Deshalb antwortete sie nicht. Es war nicht nötig. Er würde alles, was er wissen musste aus ihrem Gesicht ablesen. Schnurrend kam er einen Schritt auf sie zu und legte seine Stirn an die ihre.

„Ich weiß, uns steht eine gefährliche Aufgabe bevor. Und das Training mit Dschingis wird sicher auch kein Zuckerschlecken. Aber du und ich sind eine Einheit. Gemeinsam sind wir am stärksten. Das Einzige, was wir tun müssen, ist weiterhin zusammen zu halten. Dann kann uns nichts passieren!“

Minka stieg ein wohlwollendes Schnurren die Kehle hinauf. „Du klingst ja auf einmal so erwachsen. Ich hoffe, dass Training verändert dich nicht zu sehr…“

„Quatsch“ lachte Max auf und wandte sich zum Gehen. „Du wirst sehen“, rief er ihr über die Schulter hinweg zu, „ich bin noch immer derselbe geblieben…“ während er dies sagte, stolzierte er mit hoch erhobenen Schwanz, den Kopf noch immer Minka zugewandt, auf das Dachfenster zu. Dabei übersah er jedoch die entscheidende Kante und purzelte Kopfüber durch das halb geöffnete Fenster in das darunterliegende Zimmer hinein. Lachend lief Minka auch zum Fenster und spähte hinein. Max war zum Glück weich auf dem Sofa gelandet. Er lag auf dem Rücken, eine Hinterläufe baumelten noch in der Luft. Zwischen seinen nach oben ausgestreckten Beinen, sah er verdutzt zum Fenster hoch.

„Wie schön, dass Du noch immer derselbe kleine Tollpatsch bist“ grinste Minka und sprang mit einem Satz durch das Fenster, auf ihren Gefährten zu.

 

***

 

Auf einem platt getrampelten Stück Rasen, im Garten der alten Villa, hatte Dschingis bereits mit dem Training begonnen. Die Sonne war noch nicht ganz hinter dem Horizont verschwunden, und doch hatte es einige Katzen aus der Vorstadt bereits hierhergelockt, um den Trainierenden zu zusehen. Keinen Augenblick zweifelte Max daran, dass die meisten nur darauf warteten, dass er eine Abreibung verpasst bekam. Er wusste sehr wohl, dass er nicht sehr hoch geschätzt war, bei den anderen Katzen. Dennoch versuchte er sich davon nicht ablenken zu lassen. Es hing viel von diesem Training ab.

Dschingis erklärte grade ein paar Grundlagen. Es ging vor allem darum, dass man im Kampf gegen die wilden Straßenkatzen aus der großen Stadt, jeglichen Vorteil ausnutzen musste und im Grunde alles erlaubt war. An Stärke und Kampferfahrung waren sie den meisten Katzen, mit festem zu Hause, weit überlegen. Sie verstanden es, jeden Vorteil, der sich ihnen offenbarte, für sich auszunutzen. Das bedeutete vor allem, dass sie ihre Umgebung gegen Max und Minka einsetzen würden. Auf neutralem Boden wäre ein Kampf gegen diese Katzen schon schwer genug, doch nun ging es um einen Kampf, auf ihrem Territorium, dass sie besser kannten, als irgendwer sonst. Was den Straßenkatzen aber fehlte, war taktisches Geschick und die nötige Intelligenz um dieses einzusetzen. Dies konnte zu einem entscheidenden Vorteil werden.

Außerdem dachten sie kaum weiter als bis zu ihrer letzten Mahlzeit. Diese Vorteile sollten Max und Minka für sich nutzen.

„Was ich euch in den nächsten Nächten zeigen werde“ fuhr Dschingis grade mit seinen Erläuterungen fort, „sind vor allem fortgeschrittene Kampftechniken, die Euch im Kampf einen Vorteil verschaffen sollen. Das ist die erste Phase meines Spezialtrainings. Die zweite Phase besteht vor allem darin, einen Kampf zu vermeiden. Dies erreicht ihr vor allem damit, dass ihr von Ceasars Clan oder von den Straßenkatzen, nicht entdeckt werdet. Ihr werdet euch also lautlos anschleichen und lernen müssen, Stundenlang ohne einen laut, ohne auch nur den geringsten Muchs, in einem Versteck zu hocken und Informationen zu sammeln. Allein durch das Ausspionieren. Ihr müsst in eurer Umgebung jede Möglichkeit auf Tarnung erkennen und perfekt für Euch nutzen. Sollte es dennoch zum Kampf kommen, müsst ihr aber auf das Schlimmste vorbereitet sein. Also beginnen wir mit Phase eins!“

Die ganze Nacht griffen Max und Minka Dschingis an. Mal zusammen, mal nacheinander. Er war ein herausragender Gegner, der jeden noch so kleinen Vorteil für sich optimal zu nutzen verstand. Jede kleine Schwäche erkannte er, jede kleine Unachtsamkeit, machte er zu seinem Vorteil. Dabei war er erbarmungslos und unberechenbar. Mal wich er den Hieben und Sprüngen der beiden Katzen aus, als wäre es ein Spiel für ihn. Doch sobald sich die optimale Gelegenheit bot, griff er blitzschnell und ohne Vorwarnung an. Er streckte den kräftigen Max mit Leichtigkeit nieder und Minka hielt er mit gezielten Tritten auf Abstand, als sei sie ein kleines Kätzchen. Zwischendurch, wenn er merkte, dass Max und Minka die Kraft verlies, ließ er sie kurz ausruhen und erklärte ihnen in der Zeit ein paar neue Kampftechniken und Strategien. Und mit voranschreiten der Nacht machten die Beiden enorme Fortschritte. Zu Beginn hatten sich einige Katzen noch eingemischt. Ami, die diese zwei Chaoskatzen mied oder weitgehend ignorierte, wohl, weil sie sich über ihr Verhalten ärgerte und Angst hatte, dass sie den kleinen Flusen in den Kopf setzen würden, begehrte gegen Dschingis auf. Er solle nicht so grob sein fauchte sie, als er einmal mehr Max Brutal zu Boden schleuderte. Sie wollte sich schützend vor ihn Stellen, doch Max selbst war es, der sie hinderte. Mit vor Anstrengung zitternden Gliedern drückte er sich vom Boden hoch und brachte mühsam hervor: „Nein, lass. Die Straßenkatzen da draußen haben auch kein Erbarmen mit mir.“ Mit diesen Worten nahm er all seine Kraft zusammen, und griff erneut an. Mit gemischten Gefühlen trat Ami wieder in den Kreis der umherstehenden. Sie war etwas gekränkt, dass er sich von ihr nicht helfen lassen wollte. Aber auch beeindruckt, dass er dennoch weiterkämpfte, ja das ganze so ernst nahm, wie sie oder ihre Freunde es ihm niemals zugetraut hätten.

Max Durchhaltevermögen und Engagement beeindruckte nicht nur sie. Auch Dschingis Achtung vor dem kleinen, gestreiften Kater wuchs, je mehr Zeit er mit ihm verbrachte. Etwas später in der Nacht hatten Mikesh und Brutus die Schaulustigen aus einander getrieben und sie dazu animiert, selbst etwas zu tun.

„Max und Minka trainieren so hart für unsere Sache“ hatte Mikesh ihnen zugerufen. „Es wird Zeit, dass auch wir wieder an die Arbeit gehen und unser Bestes geben. Ihre Anstrengungen sollen nicht umsonst sein!“

Von seiner kurzen Ansprache und den Darbietungen Max und Minkas motiviert, begannen auch die anderen Katzen sich wieder ihrem Training zu widmen. Von allen anderen unbemerkt, hielt nur noch eine kleine schwarze Katze im Schatten eines alten Baumes die Stellung. Sie beobachtete jede Bewegung von Dschingis genau und prägte sich alles gut ein. Die Nacht war schon fast vorbei, als ihre kleine Schwester die entdeckte.

„Ach da bist du, Cassandra“ schnurrte Victoria.

„Ich habe dich schon überall gesucht.“ Als sie die weiße Katze sah, überkam sie ein Gedanke. Sie funkelte sie mit ihren grünen Augen an und Victoria schien zu ahnen, was gleich folgen sollte.

„Verteidige dich!“ rief Cassandra plötzlich und sprang auf die Schwester zu. Diese ließ sich auf den Rücken fallen und hub der Schwarzen ihre Hinterläufe in den Bauch. Erstaunlich schnell kam Cassandra wieder auf den Füßen zu stehen und ging direkt in den nächsten Angriff über, noch ehe Victoria sich ganz aufgerappelt hatte.

„Puh, bis du schnell“ keucht sie, als Cassandra auf ihrem Rücken landete und sie an den Boden drückte.

„Du bist nur zu langsam“ schnurrte sie, und stieg von ihr runter.

„Komm. Greif mich an!“ Victoria rappelte sich auf und umkreiste ihre Schwester, die ruhig da stand und auf den Angriff wartete. Plötzlich griff sie an, sprang mit ausgefahrenen Krallen auf sie zu, doch als sie sie erreicht hatte, landete sie nur auf einem Büschel Gras. Cassandra war längst zur Seite gesprungen.

„Man bis du langsam“ lachte sie. Das ärgerte die kleine weiße Katze. Sie raffte sich auf und hechtete wieder nach ihr. Das Spiel wiederholte sich einige Male. Victoria bekam die Schwester kaum zu fassen und wollte schon aufgeben. „Komm schon, greif mich richtig an“ redete Cassandra ihr zu. „Ich weich auch nicht mehr aus.“ Ein letztes Mal mobilisierte Victoria ihre Kräfte und sprang mit lautem Fauchen auf Cassandra zu. Und diesmal wich sie nicht aus. Mit einem kräftigen Hieb ihrer Vorderpfoten, schlug sie Vicorias Pfoten zur Seite, lief an ihrer Flanke vorbei und verpasste ihr einen Tritt mit den Hinterbeinen in die Seite, sodass sie über den Boden kullerte und wenige Meter weiter liegen blieb.

„Cassandra!“ Maja und Ami kamen herbeigeeilt. Victoria lag noch immer da, wo Cassandra sie hin befördert hatte, schwer atmend und leicht an der Flanke verletzt. Nachdem Maja sich vergewissert hatte, das Victoria sich nicht ernsthaft verletzt hatte, kam sie mit aufgestelltem Fell auf Cassandra zu.

„Was um alles in der Welt sollte das? Deine Schwester so hart ran zu nehmen? Du weißt genau, dass sie lange nicht so gut kämpft wie Du. Und seit wann trainieren wir mit ausgefahrenen Krallen?“ Cassandra blickte beschämt zu Boden. Doch je länger die Schimpftirade ihrer Ziehmutter anhielt, desto wütender wurde sie auch.

„Die Straßenkatzen kämpfen auch nicht mit eingezogenen Krallen“ murmelte sie schließlich. Maja hielt inne und auch Ami kam langsam näher, damit sie nichts von der Unterhaltung verpasste.

„Was hast Du gesagt?“ Fragte Maja bedrohlich leise. Schließlich nahm Cassandra ihre ganze Wut und schleuderte sie den beiden älteren Katzen ins Gesicht.

„Die Straßenkatzen packen uns auch nicht mit Samthandschuhen an! Wir müssen endlich lernen richtig zu kämpfen. Wie Dschingis. Und wie Max und Minka! Hört endlich auf uns in Samt zu wickeln und bereitet uns auf das richtige Leben da draußen vor!“

Cassandra endete abrupt, als Majas Pranke sie im Gesicht traf.

„Maja!“ Ami stellte sich zwischen die Beiden, um sie zu beruhigen. Doch keiner schien sie zu beachten. Mit Wut in den Augen blitzte Cassandra ihre Ziehmutter an.

„Du bist ja nicht mal meine richtige Mutter“ zischte sie, drehte sich um und lief in die Villa.

Maja stand da, wie vom Blitz getroffen. Unfähig sich zu bewegen oder klar zu denken. Ein schüchternes Stimmchen meldete sich zu Wort.

„M-Mir geht’s gut. Es ist gar nicht so schlimm.“ Ami fasste sich als erste wieder und wandte sich Victoria zu, die wie ein Häufchen Elend hinter Maja stand.

Langsam ging sie auf sie zu und leckte ihr sanft über das Gesicht.

„Da sind wir aber froh, mein Liebes.“

„W-wohin geht Cassandra jetzt?“

„Sie braucht nur ein wenig Zeit für sich. Weißt Du, manche Katzen werden eben etwas Eigensinnig, wenn sie erwachsen werden…“

Versuchte Ami zu erklären und ließ einen tiefen Seufzer vernehmen.

„Dennoch wäre es nicht notwendig gewesen, so mit ihr zu sprechen“ erklang eine weitere Stimme hinter ihnen. Theos saß in einiger Entfernung und betrachtete seine Mutter aus mitfühlenden Augen. Der junge Kater aus ihrem ersten Wurf war der einzige von seinen Geschwistern, der in der Nachbarschaft hatte bleiben können. Er sah Maja bis aufs Haar ähnlich: Dieselben dunkelgrünen Augen, das selbe kurze, weiße Fell, mit den beigen Flecken auf dem Rücken, die mit schwarzen Streifen durchzogen waren.

Maja erwachte langsam aus ihrer Starre und ließ den Kopf tief hängen. Victoria kam zu ihr rüber geschlichen und rieb ihren Kopf an ihre Schulter. Als hätte diese Berührung sie aus der Trance gerissen, richtete sich Maja auf und leckte Victoria über die Flanke. Der Kratzer von Cassandra schien gar nicht so tief. Es blutete nicht mal richtig.

„Geht es Dir gut?“ Fragte sie, ihre mütterlichen Pflichten wiederaufnehmend. Victoria nickte eifrig und schenkte ihrer Mutter ein freundliches Schnurren.

„Ich wusste, dass Max und Minka ihr einmal Flausen in den Kopf setzten würden.“ Grollte Maja nun.

„Und zu allem Überfluss kommt auch noch dieser dahergelaufene Straßenkater und bringt hier alles durcheinander!“ Maja lief aufgebracht auf und ab.

„Hm, naja sie scheint ihn ja zu bewundern“ begann Ami nachdenklich. „Und er ist ja auch viel Stärker als die meisten hier. Und sie ist auch eine Kämpfernatur.“ Pflichtete Theos ihr bei.

„Es ist nur natürlich, dass sie sich zu ihm hingezogen fühlt“ mischte sich nun eine weitere Partei ein. Ami, Maja und Theos sahen auf. Hinter ihnen saßen Luna und Luca auf einem Erdhügel und betrachteten Maja und ihre Kinder aus gelassenen, blauen Augen. Maja wollte grade etwas Giftiges entgegnen, doch Ami hielt sie mit einer Geste zurück.

„Was meinst Du?“ fragte die Schwarz-rot-getupfte Katze. „Seht ihr es denn nicht?“ antwortete Luna mit einer Gegenfrage. „Es besteht eine Verbindung zwischen den beiden.“

„Was für eine?“ Fragte Ami wieder.

„Das weiß ich nicht genau. Aber seht sie euch doch an. Sind sie sich nicht irgendwie… ähnlich?“

„Pah“ schnaubte Maja. „Guck dir doch das stumpfe und spröde Fell von dem an. Und dann das zarte, glatte Fell von meiner Cassandra…“

„Ja denkst Du denn er kam mit diesem Fell zur Welt?“ Mischte sich nun Luca ein. In seinen Augen glomm ein verschmitztes Funkeln.

„Sein Fell sieht deshalb so aus, weil er sein ganzes Leben auf der Straße verbracht hat. Nicht immer hatte er so ein Domizil wie diese Villa. Er hat schon auf Müllhalden und in schmutzigen Gassen gehaust, lange bevor wir ihn kennen lernten.“

„Sie doch mal hinter die Fassade“ schnurrte Luna. „Was bleibt übrig, wenn du das schmutzige und stumpfe Fell, sein abgewetztes Ohr, seine vielen Narben und sein grobes Auftreten einmal beiseitelässt?“

„Nicht mehr viel, schätze ich…“ sinnierte Victoria stirnrunzelnd, was ihr von allen Seiten ein belustigtes Schnurren einbrachte.

 

… weiter mit Kapitel 10

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