16. Kapitel – Vorstadtkatzen

Achilles wurde von etwas hart an der Seite getroffen und von Gaaja heruntergeschleudert. Er kugelte sich mit einem großen Kater auf dem Boden der fauchend seine Zähne in Achilles Schulter vergrub und ihn mit seinen Pranken umklammert hielt. „Lauf!“ Fauchte Buster Gaaja zu. Dann endlich nahm sie den ganzen Tumult um sich herum wahr. Das wilde Schreien und Fauchen der Straßenkatzen, drang an ihr Ohr. Sie blickte zur Gasse zurück, aus der sie soeben entkommen war, wo scheinbar auch gekämpft wurde. Der Zugang zur war versperrt. Die Müllcontainer waren umgeworfen worden und der Müll erstreckte sich bis hinaus auf die Straße. Ein kleiner Teil der Straßenkatzen hatten es schon aus der Gasse geschafft, einige davon verwundet von Gaajas verzweifeltem Akt aus der Gasse heraus zu kommen. „Verdammt lauf“ schrie Buster nochmal und sein vor Anstrengung verzerrtes Gesicht erlöste sie aus ihrer Schockstarre. Buster hatte deutlich mühe den wild um sich schlagenden und beißenden Achilles zu bändigen. „Ich lass dich nicht allein“ gab sie zurück. Wild entschlossen preschte sie auf Achilles zu und schlug mit ihren Vorderpfoten nach ihm. Doch ehe sie ihm ernsthaft schaden konnte, wurde sie erneut Attackiert. „Lass die Pfoten von meinem Sohn“ fauchte Blue, und stieß Gaaja von Achilles fort. Sie erkannte, das Blue längst nicht mehr die schüchterne und Ceasar untergebene Katze von früher war, die sie kannte und liebte. Sie hatte offenbar dazu gelernt und mittlerweile konnte sie sich vorstellen, dass Blue im Hintergrund doch einiges mehr zu sagen hatte. Doch auch Gaaja hatte in den vergangenen Wochen trainiert und gelernt. Deswegen zögerte sie keinen Moment, als ihre ehemalige Freundin erneut auf sie losging, und ließ sich auf den Rücken fallen. Als Blue auf ihr landete und sich schon siegessicher fühlte, trat Gaaja ihr mit voller Wucht mit den Hinterläufen in den Bauch. Ihre Kraft reichte zwar nicht aus Blue von ihr weg zu schleudern, aber als sie nach Luft ringend ihr Gleichgewicht suchte, gelang es Gaaja, sich zu befreien. Schnell atmend standen die beiden Katzen sich gegenüber. Sie konnte es kaum glauben. Sie waren fast wie Schwestern gewesen. Sie war enttäuscht und gleichzeitig wütend. Wie konnte Blue sie nur dafür verantwortlich machen, dass ihre Kinder gestorben sind? Und wie kam sie auf den Gedanken, sie habe sie im Stich gelassen? Sie hatte alles versucht um sie zu überreden mit ihr zu kommen. Es war, als hätte die frühere Freundin eine Gehirnwäsche bekommen. Und jetzt? Jetzt würde sie gegen sie kämpfen müssen. Sie hasste es und sie hatte immer gehofft, dass dies nie so weit kommen müsste. Doch Buster war da. Und er war nicht allein. Sie waren hier um ihr zu helfen. Ihre Freunde. Ihre wirklichen Freunde. Sie musste sich Blue stellen um ihren Freunden beizustehen. Kampfbereit fuhr sie ihre Krallen aus, als es Achilles gelang Buster abzuschütteln. Er kam neben ihr zum Stehen und Achilles nahm den Platz neben seiner Mutter ein. „Hatte ich dir nicht gesagt Du sollst abhauen?“ Fauchte Buster Gaaja an. „Ich lasse dich bestimmt jetzt nicht hier.“ „Offensichtlich seit ihr nicht die Einzigen hier“ fauchte Achilles. „Aber das hatten wir uns schon gedacht. Warum glaubst Du, haben wir die ganzen Straßenkatzen im Schlepptau.“ Mittlerweile waren sie wieder umzingelt. Und mit lautem Geschrei brachen drei weitere Katzen aus der Gasse und dem Müllberg hervor, sahen den Kreis von Straßenkatzen und brachen mit wildem Geschrei zu ihren Freunden durch. „Max, Minka, Dschingis“ keuchte Gaaja auf. Mehr Zeit hatte sie nicht, denn schon stürzten sie sich auf sie.

Max, Minka und Dschingis rannten mit ungeheurer Geschwindigkeit an den Straßenkatzen vorbei, teilten hiebe aus und rannten die Straße hinunter. Die Schaar von Straßenkatzen folgte ihnen. Blue stürzte sich auf Gaaja und Buster sah sich bald erneut in einen Kampf gegen Achilles verwickelt. Fauchend gingen die Kater aufeinander los. Mit gesträubten Fell, angelegten Ohren und die Zähne gebleckt, standen sie auf zwei Beinen und hieben mit den Vorderpfoten auf einander ein, ehe sie sich zurück auf alle viere Fallen ließen, eine andere Position einnahmen, um dann zu versuchen sich gegenseitig um zu schmeißen. Gaaja und Blue umkreisten sich langsam, tauschten wütend Drohgebärden aus. Dann stürzte die Katze mit den strahlend blauen Augen auf Gaaja zu. Die wich gekonnt aus, sodass Blues Angriff zunächst ins Leere ging. Doch schneller, als Gaaja es erwartet hatte, hatte sie sich wieder gefangen und sprang wieder auf sie zu. Diesmal wich sie nicht aus. Sie wartete, bis Blue ihr näher kam, und bevor diese sie erreicht oder ihr Gleichgewicht wieder gefunden hatte, rammte sie ihr mit voller Wuchte ihren Kopf in die Brust, umklammerte sie mit ihren Vorderpfoten und versuchte sie zu Fall zu bringen. Wild fauchend wälzten sich die beiden auf dem Boden, ehe Gaaja einen saftigen Schlag gegen ihre rechte Flanke kassierte, und sich deshalb wieder von der Gegnerin zurückzog. Schwer atmend standen sich die beiden Katzen gegenüber und auch Buster kam schnaubend neben Gaaja zum Stehen. Die Luft zwischen den vier Katzen schien zu knistern und knurrend belauerten sie sich.

Plötzlich gab es einen lauten Knall der von den Häusern wiederhallte, in denen jetzt nach und nach die Lichter angingen. Blue, Achilles und Gaaja zuckten zusammen und hielten kurz inne, als Felix plötzlich unter einem Auto hervor geschossen kam. Im vorbeifliegen versetzte er den verdatterten Gegner einen kräftigen Kratzer, ehe er zwischen Buster und Gaaja die Straße hinunterschoss. Buster hatte die weißrote Katze leicht ins Nackenfell gebissen um sie aus ihrer Schockstarre zu reißen. Und zu dritt rannten sie zu den Toren der Stadt hinaus.

 

„Was war das für ein Knall?“ stieß Gaaja schwer atmend hervor. Sie waren gerannt so schnell sie ihre Beine trugen und hatten nun endlich an der alten Eiche rast gemacht, die das Ende der Vorstadt markierte. Auch Buster atmete schwer und heftig. Nur Felix sah nicht danach aus, dass er eben erst eine lange Strecke gerannt war. Seine Atmung war völlig ruhig, als er ihr gleichmütig antwortete. „Nur ein geplatzter Autoreifen. Simpel aber es hat ausgereicht, dass die anderen geschockt waren.“ „Und nebenbei hat es die halbe Stadt aufgeweckt.“ Schnurrte Gaaja und begann sich zu putzen. „Wieso erst so spät?“ „Na, hör mal“ Felix klang tatsächlich ein wenig empört. „Hast Du eine Ahnung, wie lange es dauert einen Autoreifen auf zu schlitzen? Das Material ist unglaublich hart. Und bevor ich beginnen konnte, musste ich erstmal eins finden, das geeignet war. Bei manchen geht es schneller, bei anderen dauert es länger. Aber mit einem Hieb oder einem Biss ist das nicht getan. Ich brauchte Zeit.“ „Und die haben dir die anderen verschafft“ schlussfolgerte Gaaja und Felix nickte. „Wobei sie nicht eingreifen konnten, solange Du in der Gasse warst. Es war zu eng und ehe ein Überraschungsangriff geglückt wäre, hätte man sie gewittert. Das Ganze war also alles andere als einfach.“ „Nein, das war es ganz sicher nicht.“ Stimmte Gaaja zu und bedankte sich laut schnurrend bei Felix, indem sie ihren Kopf an seinem Kinn rieb.

„Wo bleiben denn die anderen?“ Knurrte Buster. Der Kater Tigerte ruhelos hin und her. „Sicher haben Sie es geschafft“ beschwichtigte ihn Felix. „Was hatten sie eigentlich vor?“ Wieder war es Felix, der seiner Freundin erklärte, was ihr Plan gewesen war. „Vor allem ging es darum, die Schaar von Straßenkatzen abzulenken. Denn gegen so viele auf einmal hatten wir fünf keine guten Karten. Erstmal musstest Du und deine Angreifer von den Straßenkatzen getrennt werden. Nachdem Du es also geschafft hattest auf die Straße zu gelangen, ist Dschingis von oben in die Gasse und hat die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Max und Minka haben die Müllcontainer umgeworfen und sind dann Dschingis zur Hilfe gekommen. Ich habe mich an einem Autoreifen zu schaffen gemacht – ich schmecke immer noch das ekelhafte Zeug – bah – und Buster hat sich um diesen großen schwarzen gekümmert. Tja, das hat alles etwas länger gedauert als erwartet…“ „Weil ein gewisser Jemand ja nicht gehört hat und nicht schnell das Weite gesucht hat“ fauchte Buster mit einem wütenden Blick auf Gaaja. „Du glaubst doch nicht ich hätte dich einfach im Stich gelassen?“ „Ich weiß nicht ob ich mich wegen einer solchen Dummheit jetzt geschmeichelt fühlen soll.“ Ihre Müdigkeit war wie verflogen. Wütend stemmte sie die Füße in den Boden und plusterte sich auf. „Ach? Erst bin ich eine Verräterin und jetzt auch noch Dumm? Entscheide Dich mal.“ „Alle Verräter sind Dumm.“ „Du…“ „Aber Du bist keine. Das wissen wir jetzt.“ Er wandte sich ab und sah wieder ungeduldig in die Nacht hinein. Sie stand da und wusste nicht recht wohin mit ihrer Wut. Ihre Wunden brannten, aber das war ihr egal. Als wäre nichts gewesen fuhr Felix mit seiner Erzählung fort. „Wie auch immer… jedenfalls, nachdem Dschingis, Max und Minka auf die Straße gestürzt kamen, haben sie bemerkt, dass ihr noch nicht soweit ward und haben abermals für ein Ablenkungsmanöver gesorgt. Sie kennen die Straßen der Stadt mittlerweile sehr genau und sollten schon einen Weg finden den Straßenkatzen zu entkommen. Der abgemachte Treffpunkt ist jedenfalls genau hier.“ „Da kommen sie!“ Tatsächlich tauchten wenige Augenblicke die drei anderen Katzen auf. Auch sie wirkten etwas erschöpft, aber bei weitem nicht so sehr wie Gaaja und Buster. Ihr Training hatte sich offenbar bezahlt gemacht. Minka kam direkt auf Gaaja zugestürzt. „Oh Gaaja, das tut mir alles so leid. Ich hätte dieses Treffen nie vereinbaren dürfen. Mir hätte klar sein müssen, dass Ceasar davon Wind bekommt und Du in Gefahr sein würdest…“ Doch Gaaja schüttelte langsam den Kopf, ehe sie der Freundin beruhigend die Ohren leckte. „Ist schon gut. Ich hätte es auch besser wissen müssen. Ich habe es einfach nicht für möglich gehalten, dass sich Blue in dieser Zeit derart verändern konnte. Ich hatte so gehofft, sie da heraus zu holen, ich…“ sie brach ab und vergrub das Gesicht im Fell der Freundin. „Das konntest du nicht wissen. Alles ist gut.“ „Ich habe Dich in Gefahr gebracht“ begehrte die Freundin auf. „Und dann habe ich Euch alle in Gefahr gebracht. Woher…“ Sie stockte kurz und sah Minka in die Bernsteinfarbenen Augen. „Du hast es ihnen erzählt.“ „Das musste ich. Max hatte deinen Besuch bei uns mitbekommen. Nachdem ich ihm alles erzählt hatte, hat er mir wirklich den Kopf gewaschen. In was für eine Gefahr ich mich und dich gebracht habe und dass wir es den anderen sagen sollten. Aber das wollte ich nicht. Ich wollte dich vor den anderen nicht in Verlegenheit bringen und ich wollte dir vor allem ermöglichen deine alte Freundin zu sehen.“ Sie brach ab und Max ergriff das Wort. „Wir haben es zunächst nur Dschingis erzählt. Doch nach der großen Versammlung, in jener Nacht, sprach Leeja uns an. Bei deinem Besuch muss sie dir gefolgt sein. Also haben wir uns auch ihr anvertraut. Sie bestand darauf, dass wir auch Mikesh einweihen. Ansonsten wusste es niemand. Aber dein Streit mit Buster blieb nicht unbemerkt. Er lief uns direkt in die Arme, als Dschingis, Minka und ich dir folgten.“ „Leeja war auch noch dabei“ fiel ihm Minka ins Wort. „Stimmt. Das hatte ich ganz vergessen. Aber nachdem sich Buster uns angeschlossen hat und die nächtliche Versammlung auch Felix nicht entgangen war, beschloss sie Mikesh Bericht zu erstatten, während wir dir zu fünft gefolgt sind, und…“ „Den Rest kennt sie schon.“ Felix stand auf und reckte sich die müden Glieder während Gaaja sich wieder Minka zuwendete. „Ich danke dir“ abermals rieb sie schnurrend ihren Kopf gegen den Kopf der Freundin, die diese liebevolle Geste leise schnurrend erwiderte. „Können wir jetzt endlich los“ schnaufte Buster ungeduldig und machte sich auf den Weg. Die anderen Katzen folgten ihm durch die Nacht.

 

Die Sonne schickte bereits die ersten hellen Strahlen über den Horizont der in einem weichen rosa Ton erstrahlte, als die sechs Katzen die alte Villa erreichten. Die Vorstadtkatzen hatten sich bereits in ihre Behausungen zurück geschlichen und nur zwei Gestalten erwarteten sie vor der Tür des großen, alten Hauses. Als Gaaja in Leejas Augen blickte, die neben Mikesh saß, musste sie sich zwingen weiter auf sie zu zugehen. Enttäuschung und Besorgnis in ihrem Blick krampften ihr Herz zusammen und das schlechte Gewissen meldete sich wieder. Wie musste sie sich jetzt wohl fühlen, nachdem ihre beste Freundin ihr ein derart großes Geheimnis vorenthalten hatte? Sie hatte weder gewusst, dass Blue maßgeblich an ihrer Flucht beteiligt gewesen war, noch wie nah sich die beiden Katzen wirklich standen. Ganz zu schweigen von ihrem Plan, den sie nur Minka anvertraut hatte. Unfähig auch nur ein Wort von sich zu geben stand sie schließlich vor den Beiden. Sie hielt den Blicken nicht lange stand. Dann senkte sie betroffen den Kopf.

„Ich bin froh, dass ihr wieder da seid“ begann Mikesh langsam. „Und wie ich sehe, hat es tatsächlich einen Kampf gegeben. Da ihr nur zu sechst vor mir steht gehe ich davon aus, dass deine Mission nicht erfolgreich war?“ Langsam sah Gaaja auf und traf auf den Mitfühlenden Blick des getigerten Katers. Sie sah darin keine Anklage, nur Besorgnis und Mitgefühl. Endlich zwang sie sich zum Reden: „Nein, sie hat sich gegen uns entschieden.“ „Das tut mir leid“ erwiderte Mikesh aufrichtig. „Geht jetzt besser und lasst euch drin von Leo und Luna die Wunden verarzten.“ Buster räusperte sich. „Da nun alles wieder klar ist, kann ich ja gehen.“ Er wandte sich um, doch ihr war nicht entgangen, dass seine Stimme seltsam angespannt klang. Nach wenigen Schritten sprang Felix an seine Seite um den Freund zu stützen. Er wirkte sehr unsicher auf den Beinen und atmete plötzlich schwer. Schließlich gaben seine Beine nach und er sank zu Boden. Sofort sprang Gaaja an seine Seite. „Was ist mit dir?“ Als er auf der Seite lag und seine Beine von sich streckte, konnten sie eine rot glühende Wunde sehen, die sich seinen Bauch entlang zog. Eine dicke Kruste hatte sich mittlerweile darauf gebildet und ein saurer Geruch breitete sich aus. Felix fluchte und auch Mikesh sprang herbei und warf einen Blick auf seine schlimmste Wunde. „Verflixt. Sie hat sich entzündet.“ Stellte er fest. „Max, hilf mir mal ihn rein zu tragen.“ „Nein, nein, nein, nein, nein, nein“ murmelte Gaaja, als Mikesh sich mit Buster halb auf dem Rücken zur Villa schob, dicht gefolgt von Max, der bemüht war darauf zu achten, dass Buster nicht vollständig von Mikesh Rücken purzelte.

Vor der Tür zur Villa blieb Gaaja stehen. Sie hatte das Gefühl als ob ihr jemand tausend Nadeln in das Herz stoßen würde. Alles in ihr zog sich krampfartig zusammen und sie konnte nur noch daran denken, dass Buster nur durch ihre Schuld so schwer verletzt worden war.

„Mach dir keine Sorgen. Er wird sicher wieder.“ Plötzlich stand Leeja in ihrer Seite und redete beruhigend auf sie ein. Das Gefühl in ihrem Inneren wurde noch schlimmer, als die Schuldgefühle gegenüber ihrer Freundin wieder über sie hereinströmten. Eine unangenehme Hitze ergriff sie und sie konnte nun nicht mehr schweigen. „Leeja, ich… es tut mir so leid, ich…“ sie suchte nach Worten. Doch wie sollte sie diese intensiven Schuldgefühle nur beschreiben, die sie empfand? Sie senkte den Kopf, unfähig ihrer Freundin nochmal ins Gesicht zu blicken. Und streckte vorsichtig eine Pfote nach ihr aus. Würde sie ihr je verzeihen? Überrascht bemerkte sie, wie Leeja sich zu ihr beugte und ihr sanft über das Ohr leckte. Überrascht sah sie auf. Hatte sie ihr so schnell verziehen? Doch in ihren Augen lag immer noch großer Kummer. „Komm“ sagte Leeja schlicht. „Wir versorgen jetzt erstmal deine Wunden und sehen nach Buster. Reden können wir später auch noch.“ Und Gaaja folgte ihrer Freundin in die Villa. Buster lag bereits auf einem weichen Bett aus Moos und einigen Kissen, die sie vom Dachboden her kannte. Luna und Leo versorgten emsig seine Wunden. „Wie geht es ihm?“ Sofort sprang sie an seine Seite und schnappte hörbar nach Luft. Es war als ob ihr jemand die Seite auf schnitt. Luna richtete ihre blauen Augen auf Gaaja. „Du bist auch verwundet. Leg dich hin. Wir kommen gleich.“ Sie hatte die tiefe Schramme gar nicht bemerkt, die an ihrer Seite klaffte. Doch trotz des Schmerzes, der jetzt verstärkt einsetzte, rührte sie sich nicht von der Stelle. Entsetzt betrachtete sie Busters Körper, der von Kratzwunden übersäht war. Die große Wunde an seinem Bauch glühte noch immer gefährlich rot. Blutreste hatten sich in seinem langen Fell verfangen und färbten das Fell an seinem Unterbauch ebenfalls rot. An seinem Ohr hatte er eine Bissverletzung. Ihr Herz schlug plötzlich schneller. Ihr Blick verschwamm vor den Augen und sie hatte Mühe sich aufrecht zu halten. Doch Leeja war schon an ihrer Seite. „Keine Wiederrede“ sagte sie streng und führte die Freundin zu einem kleinen Flecken in der Villa, der ebenfalls mit Kissen und Moos eingerichtet worden war. Max und Minka hatten es sich bereits gemütlich gemacht und versorgten gegenseitig ihre Wunden und wuschen sich. Diese traute Gemeinsamkeit der beiden getigerten Katzen wärmten ihr Herz. Eine ungeheure Ruhe und Frieden ging von den beiden aus. Und fast schon erleichtert, ließ sich Gaaja neben ihnen nieder. „Danke“ raunte sie dem Katzenpaar noch einmal zu. „Ich bin Euch so dankbar für Eure Hilfe.“ Das Katzenpaar nickte ihr nur stumm zu und schon schob sich Leejas strenger Gesichtsausdruck in ihr Sichtfeld. „Du sollst dich jetzt ausruhen. Ich kümmere mich um deine Wunden.“ „Aber, Buster“ begehrte sie auf. „Der ist in guten Händen.“ Unterbrach Leeja sie. „Hier sind ein paar Mohnblüten. Zur Beruhigung. Und nun entspann dich. Du hast heute wirklich genug durchgemacht.“

Gehorsam schleckte Gaaja die Mohnblüten auf, legte ihren Kopf auf Ihre Vorderpfoten und sank sofort in einen tiefen, traumlosen schlaf.

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