18. Kapitel – Vorstadtkatzen

„Als ich noch ein Kitten war, landete ich mit meinen Geschwistern auf der Straße. Ausgesetzt von den Menschen. Andere Menschen fanden mich und brachten mich an einen Ort voller Gefängnisse. Hunde die eingesperrt waren, fast den ganzen Tag, und einen höllischen Lärm verursachten sobald Sie einen Menschen oder eine Katze auch nur witterten. Einige von Ihnen waren aggressiv, manche eingeschüchtert. Auch Katzen gab es viele. Sie wurden alle zusammen in einen riesigen Käfig gesetzt. Wir bekamen gut zu essen und ab und zu kamen Menschen und spielten mit uns oder mit den Hunden. Nach und nach wurden meine Geschwister von fremden Menschen abgeholt. Heute weiß ich, dass sie ihnen ein neues Zuhause gegeben haben. Doch damals wusste ich nur, dass sie fort waren. Und ich war allein. Allein unter all diesen fremden Katzen. Ich zog mich zurück und suchte mir einen Platz hoch oben auf einem Kratzbaum. Von dort hatte ich nicht nur unser Arial im Blick, ich erhaschte auch einen Blick in ein Nebengehege. In einem kleinen Käfig erblickte ich ihn. Ceasar. Er war deutlich älter als ich, schien aber genau so einsam. Jeden Tag saß ich auf diesem Kratzbaum und beobachtete ihn. Ich fragte mich, wieso er so allein weg gesperrt wurde. Das habe ich nie erfahren. Doch eines Tages gab es einen Unfall. Mit einem lauten Knall flogen die Türen der Gehege und Käfige auf und alle Tiere rannten nach draußen. Auch ich versuchte mein Glück. Ich schaffte es aus meinem Gehege raus, doch den Ausgang erreichte ich nicht, weil mir ein großer, aggressiver Hund den Weg versperrte. Ich buckelte und fauchte, doch er kam immer näher. Also fuhr ich ihm irgendwann mit meinen Krallen über die Schnauze. Er heulte wütend auf und ich schob mich an ihn vorbei. Dann hetzte er hinter mir her und mit einem Mal tauchte noch so ein Hund auf und versperrte mir den Weg. Ich glaube, er hatte ihn zu Hilfe gerufen. Jedenfalls hatte ich nur noch einen Ausweg. In das Gehe, wo Ceasar in seinem Käfig hockte und alles mit seinen gelb glühenden Augen verfolgte. Als mich die Hunde in seinem Gehege in eine Ecke drängten, wurde er immer unruhiger. Er Fauchte und schrie und schaffte es irgendwie, sich aus dem Käfig zu befreien. Dann stürzte er sich auf die Hunde, kratze und biss sie, bis sie jaulend vor ihm flohen. Niemals wieder habe ich eine Katze derart kämpfen sehen. Er schien überhaupt keine Angst zu kennen. Ich verdankte ihm mein Leben und wir zogen von dort an gemeinsam durch die Straßen. Viele Monate war auch alles gut. Ich bewunderte seine Furchtlosigkeit. Denn er hatte wirklich vor nichts Angst und scheute keiner Konfrontation. Was ihn aber sehr wütend machte war, wenn ich begann Freundschaften zu anderen Katzen auf zu bauen. Er wusste immer wo ich war und was ich tat. Selbst wenn wir mal nicht zusammen waren. Jeden neuen Freund hielt er von mir fern. Zunächst hielt ich das für Beschützerinstinkt. Bis er zum ersten Mal einen Kater, der mir den Hof zu machen versuchte, tötete. Von da an wusste ich, wie gefährlich er war. Er gab mir gewaltsam zu verstehen, dass ich nur ihm gehörte und er allein bestimmte, mit wem ich Umgang pflegte. Manchmal hatte ich Angst vor ihm. Doch noch mehr Angst hatte ich davor, wieder allein zu sein. Irgendwann begann er weitere Katzer und Katzen in Not zu retten und baute seinen eigenen Clan auf mit Katzen, die ihm viel zu verdanken hatten und ihm deshalb loyal ergeben waren. So lernte ich Blue kennen.“

Sie stockte kurz und atmete tief durch. Leeja gesellte sich an ihre linke Seite und, rieb schnurrend den Kopf an ihrer Schulter und stand ihr bei. Das gab Gaaja neue Kraft um weiter zu sprechen. Die Vorstadtkatzen lauschten gebannt jedem Wort, dass sie sprach.

„Blue war meine erste wirkliche Freundin. Wir waren wie Schwestern und unzertrennlich. Doch Ceasar scharrte weiterhin Katzen und Kater um sich und vergrößerte sein Revier. Es gab Regeln. Er war der Boss und alle Weibchen gehörten ihm. Wenn ein Männchen ein Weibchen wollte, dann nur mit seiner Einwilligung. Wenn es dennoch geschah, dass Weibchen Junge gebaren, die nicht seine waren, so mussten die Jungen sterben.“

Ein entsetztes Raunen ging durch die Vorstadtkatzen. Lilli, Mimi und Kiara rückten näher an Ami heran und verbargen sich zitternd an ihrem Fell.

„Irgendwann kam auch Leeja in unseren Clan. Am Anfang waren wir uns nicht besonders sympathisch. Ich hatte meinen weichen Kern hinter einer gefühllosen, kalten Fassade versteckt. Blue war meine einzige Vertraute. Ich habe Ceasar nie widersprochen und immer alles schöngeredet, selbst die schrecklichsten Dinge. Doch er wurde immer Extremer. Auch zu mir. Gewalt war an der Tagesordnung. Wir gingen Tag für Tag auf Beutezug. Wir brachten Futter und manchmal auch Menschendinge. Er war ganz fasziniert von den Menschen, wenn ich jetzt so drüber nachdenke… Jedenfalls brachten wir auch immer häufiger neue Rekruten mit. Die Kater wurden ausgebildet und mussten manchmal bis aufs Blut kämpfen. Irgendwann begann er zu selektieren und nur die Stärksten durften bleiben. Als wieder einmal eine Katze von einem rang niedrigen Kater einen Wurf bekam, sollte Leeja die jungen töten. Natürlich hat sie das nicht…“ warf sie schnell ein, als das Gemurmel der Katzen weiter anschwoll. „Doch die Konsequenzen dafür waren hart. Die Jungen wurden getötet. Leeja wurde eingesperrt und wegen ihres Ungehorsams hetzte er einige seiner Leute auf sie. Ich versuchte so oft es ging sie zu besuchen. Ich versorgte ihre Wunden und stibitzte ihr Essen. Ich bewunderte sie für Ihren Mut, dass sie sich seiner Anweisung wiedersetzt hatte, obwohl sie die Konsequenzen kannte. Doch sie weigerte sich vehement solch ähnlichen Befehlen nach zu kommen und das sagte sie Ceasar auch so ins Gesicht. Bis heute bewundere ich sie dafür!“

Die weißrote Katze sah ihrer Freundin liebevoll in die Augen. Ehe sie weitersprach. „Wir wurden Freundinnen und begannen, einen Plan auszuhecken, wie wir hinauskamen und fliehen konnten. Es war wirklich schwierig. Ich weihte auch Blue ein, denn ich wollte sie auf keinen Fall zurücklassen. Sie verhalf uns zur Flucht, aber im letzten Moment, scheute sie davor mitzukommen. Ich hätte so einiges dafür gegeben, wenn sie uns gefolgt wäre. Aber sie blieb stur und wir flohen ohne sie in eine ungewisse Zukunft. Wir hielten zusammen, fanden ein neues Zuhause und landeten schließlich und endlich hier, wo ihr uns so liebevoll in Eurer Mitte aufgenommen habt. Ich danke Euch dafür!“

 

Gaaja erhob sich und trat mutig einige Schritte vor. „Ich habe großen Mist gebaut.“ Die Vorstadtkatzen wurden jetzt unruhig und die ersten erhoben sich ungeduldig von ihren Plätzen. „Als ich hörte, dass Minka diese Mission bekam, bat ich sie darum, auch nach Blue Ausschau zu halten. Es war kein Tag vergangen, an dem ich nicht an sie gedacht habe und ich musste einfach wissen, wie es ihr ging. Minka sollte ein Treffen arrangieren. Und das hat sie auch geschafft, wofür ich ihr ewig dankbar sein werde.“ Gaaja sah zu Minka rüber, die verlegen auf ihre Pfoten starrte. „Ich habe sie in Gefahr gebracht. Sie und ihre Mission. Das werde ich mir nie verzeihen. Und dennoch traf ich Blue, in der Hoffnung, dass ich sie dieses Mal davon überzeugen konnte, mit mir zu kommen. Doch das war eine Falle. Und es war allein meine Schuld, dass ich von Buster, Felix, Max, Minka und Dschingis gerettet werden musste und es Verletzte gab. Auch das werde ich mir nie verzeihen.“ Als ihre Stimme weg zu brechen drohte, verstummte sie und ließ betrübt den Kopf hängen.

„Ok, das reicht jetzt“ brummte Buster mürrisch, der mit einem Mal neben ihr stand. „Du wolltest eine Freundin wiedersehen und sie retten. Das kann man Dir nicht verübeln. Das Du niemanden eingeweiht hast schon.“

„Schulzuweisungen helfen uns jetzt auch nicht weiter“ unterbrach Mikesh, doch Buster ignorierte ihn, die grün funkelnden Augen auf Gaajas geheftet. Sie hatte das Gefühl in seinen Augen zu ertrinken und erschrak fast, als er weitersprach. „Auch, wenn das, was Du getan hast, impulsiv und unüberlegt war, und Ceasar einige neue Erkenntnisse über Dich und uns hat gewinnen können, dürfen wir nicht vergessen, dass Du auch etwas über ihn und Blue erfahren hast. Also, reiß dich zusammen und erzähl weiter.“

Er hatte Recht. Gaaja schöpfte neuen Mut, wandte sich an Mikesh und setzte erneut an. „Ja, das stimmt. Ich wollte Blue überreden mit mir zu kommen. Wenigstens dieses mal. Doch sie hat mir einen Grund geliefert, wieso es damals nicht ging und heute auch nicht. Sie war zu dem Zeitpunkt schwanger von Ceasar. Und das will was heißen, denn er hatte es schon zuvor bei mir und auch mit anderen Weibchen probiert, aber es hat irgendwie nie geklappt. Doch Blue hat ihm Kinder geboren. Gleichzeitig hat sie aber auch seine Wut zu spüren bekommen, da wir abgehauen sind. Das Ende vom Lied ist, dass sie bis auf eines alle Kinder verlor und mir die Schuld dafür gibt. Ich weiß nicht, was sie mit ihr gemacht haben, aber sie hält Ceasar und ihren Clan für ihre einzige Familie und würde eher sterben als ihn zu hintergehen. Ihr Sohn Achilles ist ihr ein und alles. Und er ist gefährlich. Er lauerte mir bei dem Treffen auf und hatte eine Bande Straßenkatzen im Schlepptau, die bestimmt nicht nur aus reiner Neugier da waren. Sie wollte mich gefangen nehmen und euch damit zu seinem Versteck locken.“ Abermals erhob sich ein empörtes Maunzen unter den Katzen. „Doch das ist noch nicht alles“ mischte sich jetzt Buster ein. „Dieser Achilles ist extrem gefährlich. Er ist noch sehr jung, aber auch extrem stark. Er ist fast schon so groß wie sein Vater, obwohl er noch nicht erwachsen ist. Er hat schwarzes, langes Fell und blaue Augen. Ich glaube aber nicht, dass er bereits eine komplette Ausbildung durch seinen Vater erhalten hat. Doch das wird er mit Sicherheit jetzt nachholen. Darauf müssen wir uns vorbereiten.“ Er wandte sich den Umherstehenden zu. „Ich habe gestern nur leichte Kratzer davon getragen…“ „Das nennst Du leicht?“ Keuchte Gaaja, doch er ließ sich nicht beirren. „… aber wenn Achilles sein volles Potential erschöpft hat, dann ist er die reinste Kampfmaschine. Einem geschickten Ablenkungsmanöver von Felix haben wir es zu verdanken, dass uns nicht mehr passiert ist. Und Dschingis, Max und Minka haben sich meisterlich um die Straßenkatzen gekümmert.“

„Wobei das ein gutes Stichwort ist“ meldete sich nun Dschingis zu Wort, der diese Versammlung bisher wortlos verfolgt hatte. „Denn wenn er ernsthaft vorgehabt hätte, einen von uns zu entführen, dann hätte er uns nicht diese Stümper von Straßenkatzen geschickt. Die waren schwach und dumm. Wir konnten sie mit Leichtigkeit in die Irre führen.“ „Was ist deine Theorie?“ Fragte Mikesh seinen alten Freund. „Ich glaube dies war ein kleiner Test und eine Warnung gleichermaßen. Aber ich teile Busters Meinung: Wir müssen uns jetzt noch härter auf den Kampf vorbereiten. Denn, eins ist sicher, dieser Kampf wird kommen. Ob wir wollen, oder nicht!“

 

Nachdem sich der Tumult auf dem Dachboden der alten Villa gelegt hatte, erklärte Mikesh einen neuen Trainingsplan, den er ausgearbeitet hatte. Die Katzen sollten von nun an in zweier Teams trainieren. Er und Dschingis würden die Teams zusammenstellen, die Trainings überwachen und die Trainingspartner ändern, wenn sie dies für sinnvoll erachteten. „Ich trainiere mit Gaaja“ nahm Buster Mikesh die Entscheidung ab. Sie sah ihn überrascht von der Seite an. Wollte er wirklich mit diesen Verletzungen trainieren? Vorsichtig hob sie zum Gegenargument an, wurde jedoch gleich von Buster unterbrochen. „Ich habe Dich kämpfen sehen – da müssen wir unbedingt noch dran arbeiten.“ Sofort stellte sie die Nackenhaare auf und fuhr ihn erbost an. „Wie war das bitte?“ Ihre Augen sprühten funken, doch das ließ den Kater unbeeindruckt. „Keine Sorge, ich bring dich schon in Form“ schnurrte er in seiner gewohnt selbstgefälligen Art. Fauchend hob Gaaja zum Gegenschlag an, wurde jedoch erneut unterbrochen. Diesmal von Mikesh, der das wohl für eine gute Idee hielt. Weitere Paarungen waren Charlie mit Max, Theos mit Brutus, Cassandra mit Filou, Maja mit Otis, Ami mit Findus, Minka mit Cloud, Leeja mit Luna, Felix mit Leo. Victoria erklärte sich bereit auf die drei jüngeren auf zu passen, damit Ami und Maja sich voll auf das Training konzentrieren konnten. Als alle eingeteilt waren, verließen die Trainingspartner nach und nach den Dachboden.

„Komm mit“ murmelte Buster Gaaja zu und kletterte durch das offene Dach nach draußen. Zähneknirschend folgte sie ihm, denn es gefiel ihr gar nicht, von ihm herum kommandiert zu werden. Dennoch hatte sie ihm einiges zu verdanken, wie sie sich eingestehen musste. Als sie Buster erreicht hatte, saß er oben auf dem Dach, ließ sein Blick über die Vorstadt schweifen und sah schließlich zum Mond hinauf. Sie fand, dass er plötzlich sehr müde aussah. Wollte er in diesem Zustand wirklich direkt mit dem Training beginnen? Sie setzte sich zu ihm und blickte ebenfalls zum Mond auf. Schließlich fasste sie neuen Mut und räusperte sich. „Übrigens, ich habe mich noch gar nicht bei Dir bedankt.“ „Keine Ursache“ murmelte Buster sofort, sah sie dann aber forschend an. „Wofür eigentlich?“ Gaaja rollte mit den Augen. „Dafür, dass Du mich letzte Nacht gerettet hast natürlich!“ „Ach so das“ Buster schien fast ein wenig verlegen, was normalerweise bei ihm so gut wie nie vorkam, als er sich räusperte und „kein großes Ding“ murmelte. Ein belustigtes Schnurren stahl sich Gaajas Kehle hinauf. „Also, großer Meister, wie wollen wir anfangen?“

 

Als die Nacht sich dem Ende neigte, und die Morgensonne ihre ersten Strahlen über den Horizont schickte, verließen die Vorstadtkatzen müde und erschöpft die alte Villa. Mikesh hatte aber noch nicht vor nach Hause zu gehen. Er würde dem alten Jeronimus einen Besuch abstatten und ihm berichten, was sich in den vergangenen Nächten zugetragen hatte. Aber er war nicht der einzige, der es vermied nach Hause zu gehen. Cassandra hatte sich von Maja und den anderen abgeseilt. Sie würde gleich nachkommen, hatte sie nur gesagt und sich dann im Schatten der Villa versteckt, bis alle gegangen waren. Dank ihres schwarzen Fells war sie im Zwielicht der Dämmerung kaum zu erkennen.

Grade, als sie aus ihrem Versteck herauskroch und wieder in die Villa schlich, hörte sie leises Gemurmel. Sie lauschte angestrengt, bis sie merkte, dass die Stimmen näherkamen. Schnell versteckte sie sich neben der Treppe, als auch schon Mikesh und Dschingis die Treppe hinunterschlichen. Am Fuße der Treppe blieb Dschingis stehen. Seine Nase bewegte sich leicht und die Ohren zuckten. Er warf einen Blick über die Schulter und sah direkt in ihre Richtung. Hatte er sie entdeckt? Bisher war es noch niemandem gelungen sie zu finden, wenn sie es nicht wollte. Und er hatte ja nicht mal wissen können, dass sie sich in dem Moment auch nur in der Nähe der Villa befand. Sie hätte schon längst mit Schwester und Mutter zu Hause sein sollen. Aber zunächst musste sie unbedingt mit ihm reden.

Dschingis begleitete Mikesh zur Tür. Mit einem kurzen Gruß trat er auf die Veranda und verließ kurz darauf das Grundstück. Auf leisen Pfoten schlich Cassandra abermals aus ihrem Versteck. Wieder warf er ihr einen kurzen, wissenden Blick über seine Schulter zu. Dann verlies auch er die Villa. Damit sie ihn nicht aus den Augen verlor, eilte sie ihm hinterher. Doch draußen angekommen sah sie sich verdutzt um. Keine Spur war mehr zu sehen von dem schwarzen Kater. Aufmerksam spitzte sie die Ohren und witterte ihn noch ganz in der Nähe, als sie auch schon seine Stimme hinter sich hörte.

„Hast Du etwas verloren?“ Blitzschnell drehte sie sich um und sah Dschingis, der es sich auf einem noch halbwegs stabilen Teil des Verandageländers gemütlich gemacht hatte und sie aufmerksam musterte. Cassandra räusperte sich, ehe sie ihm antwortete. „Nein, nichts verloren. Nur gesucht und gefunden.“ „Soso, und was wirst Du jetzt machen, nachdem du es gefunden hast?“ „Fragen ob er mich unterrichtet.“ Dschingis verzog argwöhnisch das Gesicht. „Macht Brutus seine Aufgabe nicht gut genug? Mir schien, dass er Dich gut trainiert.“ „Brutus ist der beste Trainer, den man sich vorstellen kann“ gab sie unumwunden zu. „Aber Du bist der experte, wenn es um Straßenkatzen geht.“ Das war nicht von der Hand zu weisen. Schließlich war er selbst eine. Dennoch schien er wenig überzeugt. „Ich habe mein Wissen bereits mit den anderen geteilt. Alles, was DU wissen musst, kannst Du auch von Brutus lernen.“ „Aber nicht wer ich bin“ gab sie zurück. „Wer du bist? Und Du glaubst ich könnte es dir sagen?“ „Ich bin schon lange auf der Suche nach meinen Wurzeln. Ich brauche keinen Trainer, sondern einen Lehrer. Und wer könnte mich besser Lehren als mein eigener Vater?“

Nachdenklich sah er auf die kleine schwarze Katze herab.

Sie wusste es also. Aber es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie es herausfand. Wenn Sie nur ein wenig von ihm oder ihrer Mutter geerbt hatte, dann müsste sie einen Messerscharfen Verstand haben. Den Trainingseifer und den Wunsch immer stärker zu werden, musste sie wohl von ihm haben. „Ich nehme an, es hat keinen Sinn, es Dir auszureden?“ Seine Augen blitzten sie belustigt an. Denn er glaubte, die Antwort schon zu kennen. „Versuchs doch!“ Gab sie ungerührt zurück. Ein leises Lachen entrang seiner Kehle und er sprang zu ihr hinab. „Nein, Danke. Ich weiß was dann passiert. Ich kannte deine Mutter.“ Schmunzelnd drehte er sich um und schlenderte durch den Vorgarten. „Warte. Wer war sie? Wie war sie?“ rief sie ihm hinter her. Er blieb nicht stehen, rief ihr aber über die Schulter hinweg zu: „Komm mit, wenn Du es wissen willst“. Das ließ sich Cassandra nicht zweimal sagen.

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