20. Kapitel – Vorstadtkatzen

Nach ihrem Sprung vom Baum, kam Leeja gekonnt auf allen vieren auf und setzte zum Sprint an. Doch zu spät. Ihre Gegnerin war bereits bei ihr. In atemberaubender Geschwindigkeit stürzte Gaaja sich wie aus dem Nichts auf die Freundin und klammerte sich mit eingezogenen Krallen an ihr fest. Leeja drehte den Oberkörper und hieb mit ihren Vorderpfoten nach Gaajas Kopf. Als sie getroffen wurde, ließ sie ihre Gegnerin los und schüttelte sich. Da wurde sie auch schon wieder attackiert. Die beiden Katzen erhoben sich auf die Hinterbeine und schlugen mit den Vorderpfoten nacheinander. Keine von beiden wollte nachgeben. Schließlich ließ sich die rotweiße Katze auf den Rücken fallen in Erwartung, die Andere würde sich auf sie stürzen und sie könnte ihr einen Hieb in den Magen verpassen. Doch auch Leeja hatte einiges gelernt. Anstatt Frontal auf sie loszugehen, attackierte sie von der Seite. Mit einer Wendigkeit die sie ihrer Freundin nicht zugetraut hätte, wälzte diese sich auf die Seite, hob hier Hinterteil und ihre Hinterläufe an und landete doch noch einen Treffer in Leejas Allerwertesten.

„Ihr beide macht wirklich hervorragende Fortschritte“ schnurrte Mikesh und unterbrach den Trainingskampf der Beiden. „Hey Mike,“ rief Buster ihm zu, der das Spektakel von einem Baumstumpf aus beobachtete hatte. „Wieso hast Du sie unterbrochen? Es war grade so spannend…“ „Du hast sie jedenfalls gut trainiert“ gab Mikesh schnurrend zu und wandte sich dann an die beiden Katzen, die sich liebevoll gegenseitig säuberten. „Ich bin stolz auf Euch! Ich möchte nicht der arme Kater sein, der das Pech hat, sich mit Euch anlegen zu müssen.“ „Danke Mike“ schnurrte Gaaja vergnügt. Leeja stand auf und rieb schnurrend ihren Rücken unter sein Kinn, wobei sie einen Buckel machte, um größer zu sein und an ihn heran zu reichen. Die Beiden gaben wirklich ein äußerst süßes Paar ab, fand Gaaja. Sie fragte sich, ob sie wohl auch irgendwann so eine derartige liebevolle Beziehung zu einem Kater pflegen würde, und schielte verstohlen in Busters Richtung, konnte ihn aber nirgends sehen. Bis sie ein weiches Fell an ihrer anderen Seite spürte und sich hinwendete. „Du siehst aus, als seist Du grade aus einem Gebüsch gekrochen“ schnurrte er. „Falls Du es nicht bemerkt hast“ sagte sie spitz, „ich bin grade aus einem Gebüsch gekrochen!“ Er lachte leise und leckte ihr liebevoll über die Ohren. Eine Geste die sie gleichzeitig überraschte und freute, sie aber dennoch verlegen machte.

„Ihr solltet jetzt sowieso mal eine Pause machen“ sagte Mikesh, nachdem er sich von Leeja gelöst hatte. „Es kann jeden Tag soweit sein und ich brauche euch Fit, wenn es losgeht!“ „Wir waren nie besser in Form“ erwiderte Gaaja mit stolz geschwellter Brust. „Das glaube ich gern“ schnurrte Mikesh. „Aber eigentlich bin ich nur hergekommen um Euch zu sagen, dass wir uns diese Nacht ein letztes Mal treffen, um die Einzelheiten unserer Strategie zu besprechen. Es ist wichtig, dass alle anwesend sind! Dich, Buster, nehme ich sofort mit. Wir tauschen uns schon mal mit den anderen aus.“ „Na schön“ erwiderte der Angesprochene Kater gleichgültig. „Und wer wird noch da sein?“ „Dschingis, Brutus und Felix.“ Buster erhob sich, streckte sich und riss sein Maul zu einem herzhaften Gähnen auf. „Zu schade“ seufzte er dann. „Jetzt verpasse ich mein Mittagsschläfchen…“ Mit diesen Worten trottete er Mikesh hinterher.

Gaaja entging nicht, dass ihrer Freundin ein leises seufzen entwich und gesellte sich schnurrend zu ihr. „Na, mein liebeskrankes Täubchen? Möchtest Du ihm noch weiter hinterher schmachten oder wollen wir noch einwenig trainieren?“ „Nur, weil Buster sein Mittagsschläfchen nicht bekommt, heißt das nicht, das wir auch darauf verzichten müssen, oder?“ Gab sie feixend zurück. „Wohl nicht“ stimmte Gaaja ihr zu. „Danach kann ich Dir gerne helfen deine Kletterkünste zu verbessern“ sagte Leeja, während sie hoch erhobenen Schwanzes Richtung Haus lief. Lachend kam Gaaja hinter ihr her. „Nur, wenn ich Dir nicht vorher noch beibringe, wie man richtig zu schlägt. Das eben waren ja quasi Streicheleinheiten…“ „Streicheleinheiten ja?“ Die Freundin drehte sich um und sah Gaaja aus amüsiert funkelnden Augen an. „Na, da bin ich aber gespannt, wie stark deine Schläge wirklich sind.“ „Da wirst Du dich wohl bis nach der Mittagsstunde gedulden müssen.“ Nun war es Gaaja, die ihre Freundin überholte und mit ebenso stolz erhobenem Schwanz durch die Katzenklappe ins Haus verschwand. Leeja folgte ihr leise lachend.

 

***

 

Die Luft war zum Zerreißen gespannt. Nicht einen Muchs gaben die Vorstadtkatzen von sich, als sie sich einmal mehr auf dem Dachboden der alten Villa zusammenfanden, um sich den Schlachtplan anzuhören, den Mikesh mit Brutus, Dschingis, Felix und Buster ausgearbeitet hatte. Der zunehmende Mond schien durch das kaputte Dach und erleuchtete die versammelte Schaar. Mikeshs Augen funkelten und blitzten grün im fahlen Mondlicht, als er endlich begann seinen Plan zu erläutern und die Katzen in die vorgesehenen Positionen einzuteilen.  „Ok, die letzten Häuser auf unserem Territorium sind die von Buster und Felix. Leo, Luna – ihr werdet zusammen mit Felix auf den Dächern Stellung beziehen, um einzugreifen, wenn Katzen von uns so schwer verletzt werden, dass sie aus dem Kampf genommen werden müssen, aber auch, wenn sie kurzfristig Eure Hilfe benötigen sollten. Seit Wachsam. Wir brauchen Eure Heilkünste und können es uns nicht erlauben, wenn Euch was passiert. Haltet Euch also aus allen Kampfhandlungen raus, wenn es irgendwie geht. Das Haus von Buster ist groß und von Bäumen und Gebüsch umgeben. Hier werden Buster, Gaaja und Leeja Stellung beziehen.“ Gaaja wollte schon etwas sagen, doch Mikesh bedachte sie mit einem durchdringenden Blick und sprach weiter, ehe sie etwas sagen konnte. „Ich möchte nicht, dass ihr sofort in den Kampf eingreift. Wartet auf die passende Gelegenheit. Ihr seid die letzte Bastion, die sie erreichen sollten. Eure Aufgabe ist es, unsere Grenze zu verteidigen. Wir werden aber dafür sorgen, dass es nicht zu bald zu Eurem Einsatz kommt. Vor Euch halten wir anderen Stellung. Die nächsten von unserer Grenze aus, werden Dschingis und sein Team sein. Bestehend aus Cassandra, Max und Minka.“ Jetzt war es Maja, die besorgt aufsprang. „Nicht so nah. Sie ist noch zu jung für…“ Ami trat zu ihr und sprach beruhigend auf sie ein. Ihr Blick huschte kurz zu ihrer Ziehtochter. Cassandra bedachte sie mit einem langen Blick. Sie hatten in letzter Zeit ihre Differenzen gehabt. Aber sie war immer noch ihre Mutter. Wenn auch nicht ihre Leibliche. Sie konnte ihre Sorge verstehen. Aber sie musste einfach ihren Beitrag leisten. Ein sanfter Ausdruck stahl sich deshalb in ihr Gesicht. Sie lächelte leicht und nickte Maja aufmuntern zu. Immer noch skeptisch setzte sie sich. Mikesh, der auf das Ende des Tumultes gewartet hatte, sah die angesprochenen Katzen der Reihe nah an. „Ihr werdet Euch in den Ästen und den Wurzeln der großen Eiche verstecken. Der Baum ist sehr groß und robust. Er bietet euch Schutz und ihr könnt ihn benutzen um Eure Gegner wie aus dem Nichts anzugreifen.“ An Maja gewandt fügte er hinzu: „Keine Sorge. Ich vertraue Dschingis und ich vertraue auch auf Cassandras Fähigkeiten.“ Seine Stimme wurde lauter und richtete sich wieder an alle. „So wie ich jeder einzelnen Katze hier vertraue! Als nächstes kommt der Doppelfelsen. Er befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, freistehend und ist mit Moos bewachsen. Dort werde ich selbst stehen und Ceasar und seine Leute erwarten. Begleiten werden mich Charlie, Findus, Ami und Maja.“ Ein Raunen ging durch die Reihen und jemand fragte: „Was ist mit Brutus? Willst Du deine rechte Pfote nicht an Deiner Seite wissen?“ Ein anderer fragte: „Es gibt hier noch andere stark Krieger. Was ist mir uns?“ Mikesh erhob sich und mit einem ungeduldigen Peitschen seines Schwanzes ließ er sie alle verstummen. „Keine Sorge. Hier kommt niemand zu kurz. Auch, wenn ich es bedenklich finde, dass ihr Jungkater euch so darum reist, auf Konfrontationskurs mit so einem Feind zu gehen, habe ich für Euch eine ganz besondere Aufgabe vorgesehen. Brutus wird diese Aktion leiten, weil ich es nicht kann. Es wird auffallen, wenn ich Ceasar nicht als erstes begegne. Brutus wird sich mit Otis, Filou, Cloud und Theos an den Drillings-Bäumen am Fluss einfinden. Dort werdet ihr warten, bis der Kampf begonnen hat und sich alle Großstadtkatzen zwischen den Doppelfelsen und den Bäumen eingefunden haben. Dann werdet ihr von hinten angreifen. Damit sie euch nicht sofort wittern, werdet ihr zuvor ein Bad im Fluss nehmen und euch im Anschluss im Schlamm am Ufer wälzen. Hoffen wir, dass das reicht.“

Als Mikesh geendet hatte, war es erneut still geworden. Alle schienen damit beschäftigt, ihre einzelnen Aufgaben im Geiste noch einmal durchzugehen. Unbehagen machte sich breit. Aber auch Entschlossenheit. Während die Jüngeren darauf brannten, sich endlich beweisen zu können, hätten die Älteren lieber auf einen Kampf verzichtet. Sie wussten um die Folgen, die ein solcher haben konnte. Kämpfe unter Katzen endeten eigentlich nie tödlich. Wohl aber mit größeren und kleineren Verletzungen. Im Schlimmsten Fall, mit Verstümmelungen an Ohr oder Schwanz. Und da ihr Gegner kein Geringerer war als Ceasar, mussten sie vom schlimmsten Fall ausgehen – und davon, dass es immer noch schlimmer kommen konnte.

 

***

 

Die nervöse Spannung hatte sich mittlerweile über die gesamte Vorstadt gelegt. In den Abendstunden begaben sich alle Katzen in die Villa, bis auf die, die an der Grenze in Zweierteams Wache schoben. In der Villa bereiteten sich die Katzen vor, so gut es ging. Sie schärften ihre Krallen an Bäumen oder perfektionierten ihre Klettereigenschaften. Sie jagten einander durch das Gelände um ihre Ausdauer noch ein wenig zu steigern. Brutus zeigte einigen Katern noch ein paar Übungen, die ihre Kraft steigern sollte. Eins gegen eins Kämpfe wurden vermieden. Die Vorstadtkatzen wollen nicht riskieren lädiert zum Kampf antreten zu müssen. Luna und Leo durchstreiften den angrenzenden Wald nach Mohnblüten und weiteren Kräutern, die Ihnen bei der Wundversorgung helfen konnten. Felix suchte das Gelände nach Spinnenweben ab, mit denen er erste Wunden verbinden und behandeln könnte.

Eines Abends kam Mikesh später als alle anderen bei der alten Villa an. Dort wurde er bereits von Brutus und Leeja warm empfangen. „Wo warst Du, Alter?“ Fragte Buster und unterbrach seine Übungen. „Ich hab mir schon sorgen gemacht“ schnurrte Leeja und rieb ihren Kopf unter sein Kinn. „Mir geht es gut“ gab er schnurrend zurück. „Ich war nur eben noch einmal bei Jeronimus und Bella. Habe ihnen über die vergangenen Tage Bericht erstattet und…“

„Mike!“ Ein lautes Maunzen unterbrach ihn. Sofort hörten auch die anderen Katzen mit den Vorbereitungen auf, hoben die Köpfe und zuckten nervös mit den Ohren. Cloud sprintete auf Mikesh und die Anderen zu, und blieb schwer atmend vor ihm stehen. „Ist es soweit?“ Fragte Mikesh alarmiert. Cloud nickte. „Sie kommen. Wir müssen uns beeilen. Wir haben an den Drillingsbäumen Wache gehalten, damit wir sie so früh wie möglich sehen. Filou hält dort die Stellung. Wir müssen uns beeilen, wenn wir unseren Plan umsetzen wollen.“ „Das habt ihr gut gemacht.“ Mikesh nickte und sah dann hinüber zu seinem Freund Brutus. Es war kein Wort nötig. Der schwarzweiße Kater verstand sofort. „Es geht los, Jungs!“ Rief er über die Schulter hinweg den anderen Katern zu. So schnell sie ihre Füße trugen, folgten sie Cloud zum ausgemachten Treffpunkt. Mikesh sah ihnen kurz hinterher. Dann drehte er sich den anderen Katzen zu, die sich nun alle hinter ihm versammelt hatten. Langsam blickte er jeder einzelnen Katze in die Augen. Er las darin Entschlossenheit, Kampfeswillen, aber auch einwenig Angst. Aber das war gut, dachte er bei sich. Nur ein Narr hätte keine Angst vor dem, was ihnen bevorstünde. Als nächstes fiel sein Blick auf Dschingis. Der nickte ihm kurz zu, ehe er seinem Trupp, bestehend aus Max, Minka und Cassandra, einen kurzen Befehl zu bellte. Schon waren auch sie um die nächste Ecke verschwunden. „Seid ihr alle bereit?“ Fragte Mikesh die verbliebenen Katzen. „Wir haben einen Großteil unserer Vorräte bereits zu meinem Haus gebracht“ maunzte Felix. „Und wir haben uns schon ein paar gute Plätze in den Bäumen vor meinem Haus gesucht, wo wir einen idealen Blick haben, aber nicht erkannt werden können“ gab Buster zurück. Mikesh nickte langsam. „Gut. Dann lasst uns gehen!“

 

***

 

Der Vollmond stand bereits hoch am Himmel, als sich die Katzen aus der großen Stadt, mit Ceasar an ihrer Spitze, dem Territorium der Vorstadtkatzen näherten. Dunkle Wolken zogen am Himmel auf, nahmen mal das Mondlicht fort, zogen vorbei, und gaben das helle Licht des Mondes wieder frei. Gaaja beobachtete von ihrem Platz aus, wie sich die Meute näherte. Offensichtlich hatte er nur seine besten Katzen mitgenommen. Sie erkannte einige davon. Neben Ceasar schritt dessen Sohn Achilles. Auf seiner anderen Seite – Gaaja spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog – lief Blue. Flankiert von Gus, ein älterer Kater und Cesars engster Vertrauter. Gaaja kannte ihn noch gut. Er hatte sich immer liebevoll um Ceasars Weibchen gekümmert, war aber selten voll mit in Kämpfen eingestiegen. Er hielt sich meist eher im Hintergrund. Nicht etwa, weil er feige war. Gaaja wusste ganz genau, dass man Gus nicht unterschätzen durfte. Nein, Gus behielt für gewöhnlich immer einen kühlen Kopf und analysierte das Geschehen auf dem Schlachtfeld. Er war immer bereit, seinen Freund Ceasar aus jeder brenzligen Situation zu befreien und sich um ihn zu kümmern. Er war auch der einzige, der es wagen konnte Ceasar offen zu kritisieren. Gaaja hatte den Eindruck, er war Ceasars einziger, echter Freund. Neben Achilles erkannte sie eine schmale, braune Katze. Konnte das die kleine Lucy sein? Als Gaaja geflohen war, musste seine Ziehtochter grade ein halbes Jahr alt gewesen sein. Das heißt mittlerweile war sie knapp 2 Jahre alt. Sie musste sich hervorragend gemacht haben, wenn sie schon mit an der Front lief. Mehr Katzen konnte Gaaja von ihrem Standpunkt aus jedoch nicht erkennen. Doch sie wusste, dass das noch nicht alles war. Spike würde mit Sicherheit auch dabei sein. Er war einer von Ceasars stärksten Katern. Und Slim, der Kater mit der grausamen Ader, dem Brutus bei seinem letzten Kampf das Ohr eingerissen hatte. Oder hatte er ein Teil des Ohres abgebissen? Sie wusste es nicht mehr. Aber mit Sicherheit konnte sie sagen, dass er es sich nicht nehmen lassen würde, sich an Brutus zu rächen.

Leeja, die auf einer Astgabel über ihr hockte, schien von Minute zu Minute nervöser zu werden. Ihr herunterhängender Schwanz peitschte nervös von rechts nach links. „Es wird alles gut“ raunte Gaaja ihr zu. „Wir sind stärker als damals. Wir schaffen das.“ Leeja nickte langsam und ließ ihren Schwanz wieder herunterhängen. Nur ihre Schwanzspitze zuckte noch nervös. Gaaja vernahm ein leises knurren zu ihrer Rechten. Buster saß auf dem Baum neben ihnen und fixierte die Angreifer mit seinen bernsteinfarbenen Augen. „Dieser Achilles“ murmelte er. „Ich hoffe ich bekomme heute die Gelegenheit mich bei ihm zu revanchieren.“ Sorgenvoll blickte Gaaja wieder nach vorn, zum Doppelfelsen. Dort hatten sich Charlie, Findus, Ami und Maja bereitgemacht. Sie konnte ihre Anspannung fast schon körperlich spüren. Doch wo war Mikesh? Suchend sah sich um… Doch sie entdeckte ihn. Mitten auf der Straße und sah den herannahenden Katzen entgegen.

 

„Ceasar“ begrüßt Mikesh seinen Gegner, als die Katzen herangetreten waren und stehen blieben. „Hallo Mike“ schnurrte Ceasar und ein unheilvolles Funkeln trat in seine goldgelben Augen. „Willst Du das wirklich machen?“ Begann Mikesh in seiner ruhigen und sachlichen Art. „Deine Katzen in ihr Verderben schicken, meine ich? Ich habe einen besseren Vorschlag. Du und ich. Wir beide. Wir kämpfen das alleine aus. Der Sieger kriegt alles.“ „Klingt verlockend“ maunzte der große Kater. „Aber weißt Du… mein Clan hat sich so eifrig auf diese Nacht vorbereitet, da wäre es doch unfair ihnen diese Freude zu verwehren, oder? Keine Sorge. Du wirst deinen Zweikampf mit mir bekommen – auch wenn dieser nur sehr kurz sein wird.“ Böse grinste er auf Mikesh herab, ehe er die Stimme erhob und sein Ruf über die Felder schallte. „Aber deine Hauskätzchen werden keinesfalls so einfach davonkommen!“ Zustimmendes Fauchen erhob sich unter seinen Gefolgsleuten.

Rechts von Gaaja knackte es im Geäst, als Buster vom Baum herunter sprang. „Was machst Du?“ zischte sie. „Plan oder nicht, ich bin besser an Mikeshs Seite aufgehoben. Ich vertraue euch Beiden, dass ihr Euch nur zeigt, wenn es nicht anders geht, verstanden?“ Ohne eine Antwort ab zu warten, schlenderte er auf Mikesh zu.

 

Auch in der großen Eiche bewegte sich etwas. „Max, du übernimmst das Kommando“ zischte Dschingis leise. Max nickte nur und richtete seinen Blick angespannt auf das Geschehen auf der Straße.

 

Mikesh spürte den Asphalt unser seinen Tatzen. Es war an diesem Tag drückend schwül gewesen und die Straße hatte sich erhitzt. Nun wehte aber eine kühle Brise und er roch den herannahenden Regen. Eine Wolkenfront zog von der Stadt heran. Diese Abkühlung käme gelegen und würde den erhitzten Gemütern sicher guttun. „Sind das etwa alle, die sich uns in den Weg stellen wollen?“ Fragte Ceasar grade süffisant, mit einem Blick auf die vier Katzen auf dem Doppelfelsen. Ein leises Schnurren entwich Mikeshs Kehle. „Glaub mir, wir sind alle hier.“ „Du hast doch wohl nicht geglaubt, wir würden es Dir so einfach machen, was?“ Buster trat mit einem Schmunzeln in der Stimme an Mikeshs recht Seite. Dieser zuckte nur verärgert mit den Ohren, ließ sich ansonsten aber nicht anmerken, dass ihm diese Abweichung vom Plan nicht gefiel. Andererseits, was hatte er schon von Buster erwartet? Er war nun einmal bekannt dafür, dass er stets das tat, was ihm beliebte. Doch da gesellte sich ein zweiter Kater an seine linke Seite. „Offenbar unterschätzt Du deine Gegner noch immer“ schnurrte Dschingis. „Ich unterschätze nie“ fauchte Cesar erbost. Da hatten es seine beiden Mitstreiter wohl geschafft, ihn aus der Reserve zu locken, dachte Mikesh, der mühsam seinen aufsteigenden Ärger herunter kämpfte.

„Nun, ich habe ihm eine Faire Chance gegeben“ sagte Mikesh laut, betont gleichgültig und so ruhig wie möglich. Nun erhoben sich auch die vier Katzen vom Doppelfelsen und blickten Ceasar kampfbereit an. „Ich hatte gehofft ich könnte es vermeiden“ begann Mikesh. Und als er fortfuhr, veränderte sich seine Haltung. Die Haare stellten sich auf, die Krallen schossen hervor, seine Augen blitzten entschlossen und seine Stimme nahm einen bedrohlichen Unterton an. „Du sollst wissen Ceasar, dass wir bereit sind, alles zu geben für unser Territorium und für die Katzen, die darin leben!“

 

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